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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-10-01 · Heft 1 (Oktober 1896) · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 1 (Oktober 1896)
Article
Jüdische Alterthümer in Speier
Date
1896-10-01
Page
Seite 36 (sequence 12)
Language
German
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36 Jüdische Alterthüraer in Speier. (elivus bei Rüdiger), und eine שכונה תחתונה (vallis). Wir erfahren ferner von dem Berichte, dass es ursprünglich nur eine Synagoge in Speier gegeben hat, und dass diese in der Stadt lag: ■foglich muss das Gros der Mainzer Einwanderer in der Stadt gewohnt haben, wo noch jetzt die Reste der Synagoge zu sehen sind. Wir erfahren auch den Namen des Lehrers, welcher mit der Colonie aus Mainz nach Speier wunderte, und hi Altspeier ein Lehrhaus gründete; wir werden ihm bald auch in der Urkunde Heinrich's IV. begegnen. In den Angaben über die Speierer Vorfälle während des ersten Kreuzzuges stimmt unser Bericht mit dem III. Berichte über den erwähnten Kreuzzug (Hebr. Berichte S. 48) in auffälliger Weise überein, und ich vermutlie, dass die Auf- Zeichnungen, welche dem Compilator des III. Berichtes vorlagen, und unser Synagogcn-Bericht aus einer und derselben Feder geflossen sind1). Daher erklärt es sich, warum der Synagogen-Berieht manche Thatsaehe als bekannt voraussetzt, welche in dem Berichte über den ersten Kreuzzug erwähnt ist. Das Privileg Heinrich des IV, Dieses Privileg ist eigentlich nur eine Bestätigung und Erweiterung der Urkunde Rüdiger's. Auf Verwendung dieses Bischofs wurde es am 19. Februar 1090 ausgestellt. Unserer vorangegangenen Auseinandersetzung zufolge, dürfen wir wohl in dem Privileg Heinrich’s Berührungspunkte auch mit dem Synagogen-Berichte erwarten. In der Tliat schreibt Heinrich: Allen Bischöfen, Aebten ... sei hiermit bekannt gemacht, dass einige Juden: Juda, der Sohn des Kalonynms, David, der Sohn des Massulam, Moses, der Sohn des Guthiel (Jekutiel) mit ihren Genossen zu uns während unserer Anwesenheit in Speier gekommen sind und gebeten haben, dass wir sie nebst ihrbn Kindern . . in unseren Schatz nehmen und halten sollen . . . Daher haben wir auf die Verwendung und Bitte des Speier’schen Bischofs 1) Der Verfasser der erwähnten Aufzeichnungen war sicherlich ein Speierer Zeitgenosse des ersten Kreuzzuges, denn er kennt manches Detail, welches wir in den anderen Berichten vermissen. So kennt z. B. nur er den Vorsteher Moses b. Jekutiel und seine erspriessliche Thätigkeit für Speier; auch kennt nur er den Namen des Bischofs, und weiss, dass er die Angreifer streng bestraft . hat. Ebenso vertraut mit den Speierer Verhältnissen ist der Verfasser des Synagogen-Beridhtes, und knüpft gleichsam an die nur im III. Berichte erwähnten Thatsachen an. Auch er nennt den Bischof mit Namen, und setzt als bekannt voraus, dass die Verfolgten sich in die befestigten Städte des Bischofs geflüchtet haben. Es liegt daher nahe, dass beide Schriftstücke einen Verfasser haben.

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