Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Jüdische Alterthümer in Speier
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
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Jüdische Alterthiiiner in Speior. 29 lieh wurde ihnen dieser Sitz schon von Rüdiger!angewiesen. Was die innere Stadt anbelangt, so liegt es auf der Hand, dass die Juden in der Nähe der Synagoge und des Judenbades gewohnt haben. Diese liegen in der Judengasse, früher Meischergasse genannt, südlich vom Dome. Schon der romanische Stil dieser Bauten weist auf ihr hohes Alter hin. Die Synagoge bestand schon zur Zeit des ersten Kreuzzuges 1)1 und in dem Judenbade wurde die Leiche Kalony mos״ des Alten aufgebahrt2). Es stellt somit fest, dass die Juden schon im 11. Jahrhundert in der inneren Stadt, und zwar im sücL liehen Theile derselben, gewohnt haben. In jener (regend finden wir sie auch später; 1309 wohnten Juden in der Hortgasso•‘1), 1349 in der Elachsgasso4), und 1054 wird ihnen ihr Sitz zwischen der Wobergasso und dom Schulhofe zurück״ gegeben. Die grosse Pfatfengasse hiess früher Judengasse; darauf dort wieder niedergelassen haben, denn 1353 wurden sie ausgewiesen und der Friedhof umgeackert. (Zeuss, S. 8 und Lehmann, Chronik, S. 804). Aber schon 1354 wird einem Theile derselben erlaubt, unter gewissen ״Bedingnisson“ in die Stadt zu kommen, und zwar durften sie nur zwischen der Webe rgasse und dem Schulhofe wohnen, ״andorswo nicht** (Lehmann 701, Zeuss 8). Damals thcilto man ihnen einen Theil des früheren Friedhofes zu, zwischen ״Beerfriedo, da man aussgehet und der Waltgasse“ (Lehmann ibid., Wiener S. 428), 1 in Jahre 1358 iibergiebt der Rath den Juden den (ganzen) ,,JudenkirchhoiT zu Altspire gelegen mit der hofereyde, da der Bronne in ne stet, vnd daz usel mitten in dem selben-JudenkiTchhofe in aller der fryheit vnd in aller der masse als vormals von alter her Juden den seihen Kirchhoif gehabet hant, ussgenommen der anderen huser vnd Hofe, die daran stossent, dio der Rat zu Spiro Christen luden verliehen hat, die soilent alle unsere stat eigentlichen zugeiioren eweclichen und vorhüben, also daz dio Juden kein recht dar zu haben soilent anc alle geuerde“ (Zeuss ibid.). Die Juden wohnten also in Altspeier bis 1343 oder höchstens bis 1353; 1354 durften sie nur nach der Stadt, aber nicht nach Altspeier zurückkehren. In diesem Jahre wurde nur einer geringen Anzahl von Juden gestattet, in die Stadt zurückzukehren, daher thcilto man ihnen nur einen Theil des Friedhofes zu; 1358 übergab ihnen der Rath den ganzen Friedhof mit der ,,hofereyde, dem Brunnen und dem usel“. Von dem Häuschen und dem Brunnen sollen sich vor einigen Jahren heim Graben auf der Baumschule, gegen die Wormser Strasse zu, Spuren aufgefunden haben. 9 Hebr. Berichte über die Judenverfolgungen, S. 171 und Parallelstellen. Auch im Judenprivileg Heinrichs IV. vom Jahre 1090 wird dio Synagoge erwähnt, denn dort heisst es: ״qui ex parte episcopis preest synagoge“ (Hilgard S. 13). 2) Er starb, während Speier belagert war, 8. Monatsschrift, Band 39, S. 448. Wahrscheinlich während der Belagerung Lothar’8 August- December 1127 (nicht 1126), 8. Lehmann, S. 431b. 3) Hilgard, S. 196, 11. ף ibid. 463. 37.