Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Aus den talmudischen Randnoten des Herrn Rabbinatspräses S. L. Brill in Budapest
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 19 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829698-2845237--27444-2845272- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Blau, talmudischo Randnoten. 19 lui-lttiin VIII, 45; IX, 47 und Kerem Chomed II, 185—195). Diesen Unterschied zwischen den beiden Constructionen macht schon Tossafoih Berachoth ob, ־wo die folgende Bemerkung enthalten ist: ד,״ג לא כל אדם זוכה לשתי שלחנות, אכל א* ן לגרום אין אדם זוכה דהא כמה צדיר,ים זוכין לשתי שלחנות כגון רבי וכו׳. Zuvörderst ist nach Dercch Erez sutta c. IV die Partikel כל einzufügen und in Tossafoth so zu legen: אכל אץ לגרום אץ כל אדם זוכה. Nach dieser Correetur ist der Sinn der tossafitischen 'Bemerkung ganz klar: Es muss gelesen werden לא כל und nicht אין כי, denn nach letzterer Leseart wäre hier ausgesprochen, es gebe überhaupt keinen, der die beiden Tafeln Erdenglück und Seelenheil erreicht hätte, was den Tiiatsachen widerspricht, da manche Fromme, wie der Patriarch Jeinula I, beides genossen haben. Wenn aber gelesen wird לא כל, dann heisst es blos nicht jedem Frommen werden die ״zwei Tafeln4‘ zu Tlieil, aber Manchem wollt1). Die Tossafoth werden also von ihrem gesunden Sprachgefühl zu demselben Resultat geleitet, wohin die genannten zwei Sprach forscher nach einer langen Discussion gelangt sind. Die Tossafisten sowie andere Oommentatoren haben neben der Halacha auch für sprachliche Erscheinungen ein offenes Auge gehabt, und man findet in ihren Werken nicht selten grammatische und lexikalische Wahrnehmungen, wie die folgende Zusammenstellung zeigt, welche ausserhalb der Reihenfolge liier angeschlossen wird. Chullin GOb bemerken die Tossafoth sub voce אמרה ירח richtig, ירח soi im Biblischlieb mischen masculin. Es liegt hier ein Unterschied zwischen dem hebräischen Sprachgebrauch des Alt- und Neuhebräischen vor. Aehnlich ist biblisches רחלים und talmudisches רחלות, welch letzteres Jochanan Isi bar Hinni gegenüber festhält mit der berühmten Bemerkung: לשון תורה לעצמה לשון חכמים לעצמן- Raschi macht mehrmals hierher gehörige Wahrnehmungen. Zu הורץ in der Mischna Chullin 22a sagt er: לשון משגה, d. h. der Plural auf ״ץ sei mischnisch, das erwähnte Wort ist also kein Citat aus der Bibel; Jebamoth 102a unter אמר לו וכי constatirt er, dass מנעל ein neuhebräisches Wort ist, während in der Bibel stets נעל gebraucht wird; Sabbath 15a unter שחייב אדם bemerkt er הין sei nicht לשון י) Die Frage ist schon von Levita behandelt worden und lässt sich jetzt aus Mandelkern’a neuer Concordanz leichter als früher entscheiden. Ich theile deshalb die Bibelstellen, welche ich an einer anderen Stelle der Notizen verzeichnet gefunden habe, nicht mit. 2*