Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 Das apokryphis<jke Esrabuek. mahl1), vortheilte unter sie Silber und Gold, unterhielt sieh mit seinen tausend Feldherren, selunauste mit ihnen, und sie blieben beisammen den ganzen Tag und die ganze Nacht, und Belsazar trank sehr viel. Als ihn der Wein heiter gestimmt hatte, liess er die silbernen und goldenen Gelasse, die Nebukadnezar mit der Gefangenschaft aus Jerusalem nach Babylon gebracht, holen und entweihte die heiligen Gelasse und trank mit seinen Feldherren, Kebsweibern und Frauen aus denselben. Nach einem kurzen Auszuge aus Daniel 5, 1—28 fahrt er fort: Als der König und seine Feldherren die Deutung aus dem Munde Daniels hörten, da erschraken die Männer gar sehr, erhoben sieh und gingen jeder nach Hause und der König blieb mit seinen Verschnittenen und seinen Hausleuten allein. Und er zitterte und bebte, Todesangst erfasste ihn und ein tiefer Schlaf überüel ihn, und er schlief in seiner Angst wie ein Todter. Es befand sich aber im königlichen Fahlste ein Verschnittener von den ältesten Dienern Nebukadnezars, geehrt und angesehen, und er dachte: Es ist ja Daniel, der Belsazar heisst, nach dem Gotte meines Herrn Nebukadnezar, der ihm seine Träume zuverlässig gedeutet, so dass keines semer Worte unerfüllt blieb; nun hat derselbe meinem Herrn Belsazar das Wort verkündet, so will ich denn das Haupt des Königs abhauen und damit zu dem Könige von Medien und dem von Persien laufen. Und es war in derselben Nacht, während der König Belsazar auf seinem Bette schlief, da schlug der Verschnittene den König, tödtete ihn, nahm ihm den Kopf ab, eilte mit demselben in das Lager des Cyrus und des Darius, der Könige von Medien und von Persien, übergab ihnen das Haupt Belsazars und erzählte ihnen Alles, was Belsazar mit den Gelassen des Tempels in Jerusalem gethau, wie er sie beim Weingelage entweiht, und wie Gott seinen Engel gesandt, der die Worte geschrieben, und dass Daniel die *Schrift erklärt und den König dafür, dass er sich erkühnt, die Gelasse des Heiligthums zu . entweihen, zurechtgewiesen habe, und da — so schloss er — hat Gott das Unheil gebracht, das Eure Augen heute sehen. Und als Cyrus und Darius die Worte des Verschnittenen hörten, da verneigten sie sich vor dem Ewigen, dem Gotte des Himmels, und Cyrus sprach: Gelobt sei der Gott dieser Gefässe und des Tempels, der in Jerusalem bestand, der Gott, der Rache geübt an dem Manne, 1) Der letzte Satz ist angeführt von Raschi zu Daniel 5, 1; siehe Zunz, Seite 159, Note e.