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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-10-01 · Heft 1 (Oktober 1896) · p. Seite 9

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 1 (Oktober 1896)
Article
Das apokryphische Esrabuch
Date
1896-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Das apokryphische Esrabuch. U Belsazar, der König von Babylonien, die aus dem jerusalemiselien Heiligthunie geraubten (jelasse bei einem (Jelage• gebraucht und entweiht und in 5, o—wie Gott über diese Thal zürnt und bei dieser Gelegenheit dem Könige und seinem Reiche den Untergang ankündigt. Aus Esra 1, 7 erfahren wir, dass Cyrus die Tempelgelasse den nach!*alüstina heimkehrend<*n Juden übergiebt, ohne dass wir wüssten, wo sieh dieselben bis zu diesem Zeitpunkte befanden. Beim Lesen dieser beiden Berichte musste sieh jedem denkenden Leser die Krage aufdrängen, was denn mit diesen (Jefüssen nach dem Tode des sie entweihenden Belsazar geschehen sei, und wie dieselben in die Hand des persischen Königs Cyrus gelangten, da es die Bibel unterlassen hat, uns über das Yorhältniss dieses .Fürsten zu dem babylonischen zu unterrichten. Wie andere, bald empfundene Lücken der biblischen Berichte, wurde auch dieso durch die jede Kluft überbrückendr .Sage ausgefüllt, indem sio erzählte, dass Cyrus bei der Eroberung Babylons, das die Tcmpelgefässe beherbergte, sich dieser annahm und gelobte, sie nach Jerusalem zu schicken. Den Stoff zu dieser Ergänzung bot der von der Geschichte aufbewalrrte Sachverhalt, laut dem Cyrus die .Schätze Babylons plünderte und sie in die Hauptstadt Persiens brachte, und den die Sage mit den von der Bibel gebotenen Angaben verwob. Doch konnte der Verfasser dieser ergänzenden Erzählung die von der Geschichte gezeichnete Figur des Cyrus nicht lange festhalfen, denn er fand in Daniel G, 1 die Mittheilung vor, dass nach der Ermordung Belsazars Darius, der Meder, König von Babylonien wurde. Da diese Angabe für den jiidischon Schriftsteller von grösserer .Bedeutung, als die der Geschichtsschreiber war, er aber nicht umhin konnte, auch diese zu berücksichtigen, so musste er nach einer Darstellung der ihn unmittelbar interessirenden Vorgänge sich umsehen, in der neben dem regierenden Herrscher Darius auch Cyrus einen Wirkungskreis zugetheilt bekam, und dio zur Erzählung des Buches .Daniel stimmte. Als solcho bot sielt ihm die fast von allen Geschichtsschreibern des Alterthunis aufgenommene oder mindestens berücksichtigte Erzählung über die Jugend des Cyrus, seine Leistungen am medischen Hofe und sein Vcrhältniss zu Astyages, dem Könige von Medien, dar1), eine ג) Vergleiche die verschiedenen Berichte der alten Geschichte- Schreiber bei Duncker, Geschichte des Alterthums, 5, Auflage, XV, 250 fl*. Es würde uns zu weit führen, die Quelle unserer Schrift hier des Weiteren nachweisen zu wollen; denn, obgleich es mir auf Grund der

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