Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Das apokryphische Esrahuch. i 10111t, als noch lebeiul vorauszusutzcn. Wenn nun aber Darius dessen Zusagen erfül't, so ist diese Thatsache nur verständlich, wenn angenommen wird, dass Cyrus all Dieses wohl gelohoii konnte, doch in 1u.dgo seiner Stellung zur Vollführung nicht befugt war, Darius dagegen das liecht zum and, alle auf die babylonischen Juden bezüglichen Verfügungen zu troffen, mit anderen Worten, dass er, nicht׳ aber Uyrtis, der Herr von Babylonien war. Nun heisst es ahor in 4, 44, dass dieser Babylon erobert und gelobt habe, es zu zerstören, wie auch, dass er die Tempclgefässe aus dieser Stadt w egg« •schallt habe (ebenso in 4, 27g die er nach Jerusalem zu senden sielt vornahm. Diese Angaben lassen sielt mit dem Vorhergehenden nur dann vereinbaren, wenn Cyrus Babylon nicht als selbstständiger Herrscher, sondern nur als Vollstrecker des Willens des Darius erobert und zerMört hat, weshalb sieh auch die Tompolgefasso im Besitz(' dieses Königs betinden. Wir haben sonach nur die Beschichte der Eroberung Babylons zu \ ergleichen, um die .Lösung dieses Käthsels zu finden, und zwar in erster Leih(' nicht in der Darstellung der alten (iesohichts- Schreiber, sondern in dem Berichte, aus dem die Verfasser apokryphischer Schriften zumeist schöpften, in der Bibel. Daniel 0, 1 erzählt, dass nach dem Tode Belsazars Darius, der Sieder, die Herrschaft über Babylon erhielt, und es untorliegt nach dem oben (»esagton keinem Xwoihd, dass auch die Erzählung über den Lagen Wettst reit diesem König meint.1). Alle Schwierigkeiten, die uns die Erzählung vorher darbot, schwinden jetzt und machen jedwede gekiin-telto Erklärung und gewaltsame Textiiiulenmg überflüssig. Senibabel. Lago des Darius, des .Moders, ein noch junger Mann (B, 4 und 4, f)S), f) S•• hat sclum .Hitzig׳, (]•,schichte des Volkes Israel 1, 27G in III. E8ra f), 2 Darius, den Meder, vermuthet und auch auf andere ühereinstimmenden Einzelheiten der beiden Bücher hingewiesen; so auch auf die drei obersten Magnaten in 3, Ü nach Daniel G, 3, denen die in anderen Berichten erwähnten sieben Käthe gegenüberstehen. Doch sagt er Seite 277: ״Also hält der Sehrc-ibcr von 1. Esra Lapp. 3. 4 und 5. 6 den in Cap. 5, 3 erwähnten Darius für Daiius, den Sohn Hystaspes, vgl. 4, 44, 57 und 3, 14 und macht den Seruhabol, welcher allerdings zur Zeit dieses Darius noch lebte, Esra 5, 2, zu dessen Leibwächter 3, 4; 4, 13“ und verlässt hiermit die richtig•? Spur“. Auch Lagarde, Mitt. 4, 318, der die Ueberzeugung aussprach, dass die Erzählung vom Pagenwettstreite ursprünglich hinter Daniel G, I untergebracht war, hat, wenn er auch Nichts zur Begründung vorgobr-vht hat, hierin deutlich Darius als den Meder gekennzeichnet. Ebenso bezeichnet es Keuss, Geschichte der heiligen Schriften, A. T., Seite 63G, § 512, als wahrschein» lieh, dass dieser gemeint sei.