Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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0 Das apokryphische Esrabuch. gen des Königs Parins als eine aus einem anderen Kreise stammende Schrift für sich, von den übrigen Thoilen des 11[. Esra gesondert, •betrachtet werden j). da es mit diesen nicht nur Nichts gemein hat, sondern ihrem Inhalte geradezu widerspricht, und nur durch die Gedankenlosigkeit eines Compilators mit ihnen kann zusnmmengefügt worden sein. Zugleich ergab sieii uns, dass der Verfasser unserer Erzählung Vieles, was das Buch Esra von Cyrus anordnen und auch ausführen lässt, dein König Darius zusehreibt, und, was noch auffallender ist, in Verbindung ■mit demselben Serubabel, den auch 'der kanonische Esra als Führer des zurückkehrenden Volkes unter Cyrus bezeichnet־. Und dass der Name des Darius nicht etwa in Folge eines Versehens oder durch absichtliche Fälschung;111 Stelle desjenigen des Cyrus getreten ist, erhellt mit!Sicherheit daraus, dass der Verfasser in 4. 44 beide Könige ausdrücklich neben einander nennt und bemerkt, dass Cyrus die Befasse des iieiligthums aus Babylon entfernt und Parins gelobt habe, dieselben nach Jerusalem zu senden, wie er auch in 4, 57 dessen gedenkt, dass dieser Alles, was jener versprochen, auszuführen befahl. Per Verfasser' nimmt demnach an, dass Cyrus wohl di»‘ festen Absichten den Juden und deren Tempel gegenüber hatte, die Verwirklichung derselben jedoch von Parins bewerk- >telligt wurde. Diese so befremdende Annahme widerspricht aber der ausdrücklichen Angabe in Esra 1, 1 —11 und stellt uns vor die Frage, wie sich der Verfasser mit den Berichten der Bibel in so offenbaren Widerspruch setzen konnte. Denn dass er es mit Bewusstsein gethan, darf wohl bei seiner in 4. 4J—5, G sich zeigenden Vertrautheit mit der Bibel als sicher vorausgesetzt werden. Ferner bedarf es der Darlegung dessen, in welchem Verhältnisse er sich Parins zu Cyrus dachte, indem er jenen das Versprechen des letzteren erfüllen lässt. Nachdem der Verfasser in der Parsteilung der Vorgänge sieh vom Esrabuche unabhängig und verschieden gezeigt luit, muss die Beantwortung der Frage ausserhalb des letztem und in den Angaben unserer Erzählung selbst gesucht werden. Da Parins Alles, was Cyrus zu thun versprach, ausführt, dürfte sich ihn •der Erzähler als Nachfolger dieses gedacht haben; da jedoch andererseits mit keinem Worte dessen gedacht wird, dass Cyrus durch den Tod an der Erfüllung seines Versprechens gehindert wurde, so scheint er ihn, wie auch sonst der Eindruck D!So schoa Lupt-on, a. a. 0. Seite 9.