Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Das apokryphischu K6rabuch. i) ]!ahme, dass hier zum ersten Main für dm Tempel Kt was ^0• schieht, in allen ihren Thcilen vollends bestätigt. 4, 57 lautet: ״Und alle von Cyrus aus Babylon weggesehaiften Befasse «:ab er heraus und befahl, Alles, was Cyrus zu tliun vorsprochen hatte, auch selber, zu thuu und nach »Jerusalem zu senden.“ Dieser Satz spricht, deutlich für das Vorhandensein der gesummten Tempelgcfässe bei Darius, da. hier klar vorausgesetzt wird, dass Cyrus sein Versprechen noch nicht erfüllt hat. In 4, <>2 wird berichtet: ,.Sie prieson den (iott ihrer Väter, dass er ihnen Freiheit verliehen, hinaufzuziehen und Jerusalem zu bauen sammt dem Tempel, der nach seinen) Namen genannt ist.“ Dieses zeugt unmissverständlich davon, «lass Darius den Juden zum ersten Male diese Freiheiten gewährt, und sehiiesst die Deutung aus, als wären diese jonen bereits von Früheren eingenimnt worden. Denselben Sachverhalt setzt 4, 50 voraus: ,.Und dass das ganz(‘ von ihnen besetzte Land steuerfrei sein solle, und dass die Idumiier die Flecken, welche sie von den Juden in Dösitz hatten, räumen sollen,“ und beweist ebenso sicher, dass hier die ersten Juden in die Heimat ziehen und die unrechtmässigen Besitzer voraniassen, ihr Stammgebiet zu räumen, was diese gewiss schon früher hätten thun müssen, wenn bereits viele tausend Juden mit ■königlicher Erlaubniss nach Judäa zurückgekehrt wären. Doch am beweiskräftigsten spricht für die Xeitansetzung der hier beschriebenen Vorgänge 4, 55: ״Und dass alle aus Babel zur Gründung der Stadt Ausziehenden Freiheit habet! sollen für sich und ihre Nachkommen und die mitzichemleu Priester.“ Es ist von der Neugründung .Jerusalems die Kede, die unzweifelhaft eine bereits unter Cyrus erfolgte Ansiedlung von vierzigtausend Juden ausschliesst. Steht es aut Grund dieser Erwägungen fest, dass der Vorfasser der Erzählung über den Wettstreit der Pagen die auf den Bau des Tempels, die Begründung Jerusalems und die Auslieferung der Tempclgefässe bezüglichen Verfügungen des Königs Darius als etwas ganz Neues darstellt, dem nichts Aebnliches vorangegangen war, dabei aber ausdrücklich den König Darius als Urheber der Gunstbezeugungen nennt, so ergiebt sich hieraus vor Allem, dass diese Geschichte neben den sie umgebenden Schilderungen über das gleiche Verfahren des Königs Cyrus unmöglich bestehen, daher auch nicht von dein Bearbeiter des aus dem kanonischen Esra entlehnten Stoffes herrühren kann. Somit muss die Erzählung über den Pagenwettstreit und die damit zusammenhängenden Anordrum-