Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Das apokryphische Esrabuch. be^comu'U hatte, demnach die» Juden aus der babylonischen Gefangenschaft in die Heimat noch nicht zurückgekehrt waren. An zweiter Stelle erbittet sieh Serubabel die vom Könige gelobte Auslieferung der Tempelgefässo. Diese Bitte steht je« doch zu Gap. 2, •A—14, wo unser J5ueh mit Esra 1, 1—11 genau übereinstimmt, im vollsten Gegensätze, denn da heisst es: ״Her König Cyrus gab die ]!eiligem Geiasse des Herrn heraus, weiche Nebukadnezar aus Jerusalem weggenommen und in seinen Tempel gethan hatto; aber der König Cyrus, der König von Persien, gab sie heraus und überlieferte sie au Mithradatcs. seinen Schatzmeister, . . . alle Gefasse aber von (Sold und Silber wurden 11eimgebraeht.u Sind die von Xebukadnedzar aus Jerusalem entführten Tempelgeiassc bereits unter Cyrus zuriiekerstattc-t und nach Judäa gebracht worden, sv) können sie nicht ein zweites Mal von Serubabel verlangt und ihm auch ausgclicfert worden sein, sin müssten denn in de!• Zwischenzeit nach Persien zuriiekgewnndert sein, wovon in unserer Erzählung Nichts steht, und was durch Cap. 4, 44 aufs Entschiedenste ausgeschlossen wird 1). "Diese Bitte hat demnach ebenso, wie die auf den Tempelbau bezügliche, die Zeit vor Augen, als sich noch alle Gefasse des jerusalemischen Heiligtlnims im Besitze des Königs von Persien befanden und diese zu Gunsten der gefangenen Juden noch keine Vertügungen getroffen hatten. Auf die zuerst erbetene Erlaubniss, Jerusalem zu bauen, die zu demselben Ergebnisse führt־, will ich kein Gewicht legen, denn man könnte hierin mit scheinbar mehr Berechtigung die erst unter Darius ertlossone Erlaubniss zur Befestigung der jüdischen Hauptstadt durch Mauern erblicken. Beachten wir ferner die durch Serubabels .Bitte veranlassten Anordnungen des Königs Darius, so sehen wir unsere An- 1) Man könnte freilich, durch diesen Widerspruch und Cap. 4, 07 veranlasst, annehinen, es habe ein!' Thoilung der Tempelgefässo statt* gefunden, indem das erste Mal Cyrus die eine lliilfte derselben den von ihm entlassenen Juden! schenkte und die andere aus Babylon nach seiner Hauptstadt bringen licss, wo sie aufbewahrt wurde, bis Darius sie an die zweite Gruppe der heimkehrenden Juden auslieferte. Doch, braucht man nur den Wortlaut dos Berichtes anzusehen, um die Unzulassigkeit dieser Annahme augenblicklich zuzugeben. Bertheau in seinem Commentare zu Esra 1, 7 sagt: ״Hier sind vorzugsweise, wenn nicht allein, die Gefasse in Aussicht genommen, welche nach 2. Chronik 3G, 7 Nebukadnezar zur Zeit des Joj&kim nach Babel brachte.‘‘ Hiernach wären sie von den in 2. Chronik oll, 18 genannten verschieden und eine Zweitheilung, wie sie oben vorgeschlagen wurde, möglich; doch wie bereits gesagt, kennt der Verfasser des UI. Esra diese Scheidung nicht.