Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Das apokryphische Earabuch. 3 Joachim. Doch bemerkt schon Lupton, dass diese Annahme auf sehr unsicherer Grundlage ruhe und Zöckler, dass durch dieselbe wohl die aus der Einschaltung des Pagonwettstreitos erwächserne chronologische Schwierigkeit behoben, nicht aber die Umstellungen und die aus denselben sich ergebenden Widers{>riiche und andere von den Erkliirern des Buches vorzeicluietcn Unzukömmlichkeiten beseitigt sind. Es muss demnach, um auch Dieses zu erreichen, ein anderer Wo״ oingesehlagen weiden und zwar der einfachste, der, von den Angaben des Buches selbst ausgehend, zur ErkenntnEs der Zusammensetzung desselben führt. I. Der Wettstreit der Pagen. a) Cyrus und Darius. Um den ganz für sich stehenden Abschnitt über den Pagenwettstreit zu erkennen, ist vor Allem auf einen Indier noch nicht beachteten Widerspruch in der Erzählung hinzuweisem. Als nämlich Serubabol aus dem Wettstreite als Sieger hervorgeht und ihm der König Darius die Erfüllung jeder Bitte zusagt, erwidert er domselheu (4, 4M): ,,Gedenke des 1 ie- Hildes, das Du am Tage des Antrittes Deiner Königswiirue gelobtest,: Jerusalem zu hauen und alle aus Jemsalem geraubten Gebisse herauszugeben, welche Cyrus woggesehaflt hat, da er Babylon zu zerstören gelobte, und dorthin zu senden gelullte. Auch hast Du ja gelobt, den Tempel wieder auf zuhauen, welchen die Id minier bei der Verheerung Judäas durch die Chaldäer verbrannten/‘ Fassen wir die einzelnen Theile des hier vorgetragenen Gelübdes i!.Ps Auge. Da linden wir an letzter Stolle den Punkt, dass der Tempel in Jerusalem aufgebaut werden solle; laut diesen Wurteti hat der Wiederaufbau noch gar nicht begonnen, da nicht von der Wiederuufnahme des bereits vor Jahren in Angriff genommenen und nur inzwischen gestörten Werkes die Hede ist, wie man zur Lösung des Widerspruches den Satz aufzufassen geneigt wäre. Sonst hätte Serubabel auf diesen für seine Bitte wichtigen Umstand und auf die Grundlosigkeit der Beschuldigungen, welche die Unterbrechung zur Folge hatten, himveisen müssen, da dieser im Zusammenhänge mindestens so grosse Bedeutung hat, wie die!Tatsache, dass die Idumäer das alte Heiligthum verbrannt haben.. Es ergiobt sich aus dieser Unterlassung und aus dem Wortlaute, dass der Verfasser uns in eine Zeit versetzen will, als Jerusalem noch in Trümmern lag und die Wiederherstellung des Tempels noch gar nicht 1*