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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-10-01 · Heft 1 (Oktober 1895) · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 1 (Oktober 1895)
Article
[Rezension]
Date
1895-10-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 43 Z. 19: tov TtoiTicavta z'fjV tj}tiovov }j/q ׳csv.slv, der vielleicht ein Missverstäuclniss von 9 ,29 1׳ zu Grunde liegt, erinnert an die Erzählung R. ,Tosua’s h. Chananja’s vor den Weisen von Athen Bechoroth f. 8b. היה ההוא כודניתא רילידא, deren polemische Spitze gegen das Christenthum sieb richtet, wie Güdemann, Religionsgeschichtliche Studien S. 89 ff. erkannt hat. In Betreff der nach D. 52 in den griechisch-jüdischen Gebeten bemerkbaren Häufung der Epitheta Gottes sei hier des Ausspruchs R. Chanina’s gedacht, der Berach. f. 33 b den in Attributen schwelgenden Vorbeter (s. Attributenlehre S. 447 n. 1) mit den Worten verweist: טיימתיגהו לכולהו שבחי דמרך ■Hast du nun alle Lobpreisungen deines Herren erschöpft? Die Beiträge zur Sprachgeschichte der griechischen Bibel (p. 55 bis 171) enthalten den Kern des Buches, die vortrefflichen allgemeinen Bemerkungen über die keineswegs ,,papierene“ oder ein sonst nicht nachgewiesenes .,.Judengriechisch'‘ darstellende Sprache der griechischen Bibel und die Beiträge zum hellenistischen Wörterbuche aus den Papyri und Inschriften. Bei einem Werke gleich den LXX, von dem D. 66 hezeichnend sagt: ,,hervorgegangen aus einem so wirkungsvollen Bewusstsein des Judenthums, wie es nie wieder erreicht worden ist, hat es dem Christenthum Weltreligion werden helfen", wird die Wortforschung Religionsgeschichte und die Arbeit der Philologie Alterthumskunde. Der hohe Werth der Papyri für die Erkenntniss der biblischen Gräcitat wird in dieser Uebersicht zum ersten Male in solcher Klarheit und Entschiedenheit anschaulich. Mag auch manche Einzelheit allzufein und gesucht erscheinen, an der Nutzbarkeit der Methode und an der Bereicherung unseres Wissens durch diese Beobachtungen kann kein Zweifel obwalten. In Betreff des Papyrusfragments zum jüdischen Kriege Trajans war auch des Reconstructionsversuchs Th. Reinach’s in Revue des ötudes juives 27, 70 11. zu gedenken. Aus dem Abschnitt: Zur biblischen Personen- und Namenkunde sei besonders die umsichtige Abhandlung über Barnabas und der Nachweis hervorgehohen, dass Paulus auch bereits vor der Ankunft in Cypern der Name des Apostels gewesen und Act. Ap. 189 >laöXos ט v.aL IlaöXos nur den Doppelnamen Saulus Paulus bezeichne, wie sie mehrfach nach weisbar sind. Paulus erscheint auch in der Papyrusurkunde über den jüdischen Krieg als Name eines Juden in Alexandria (p. 185). Wie Petrus (s. Zunz, Ges. Schriften 2, 9) bei den Juden allgemein im Gebrauch war, so dürfte auch Paulus kein seltener Name unter ihnen gewesen sein. Die feinen Beobachtungen zur Unterscheidung von Brief und Epistel, die eigentliche Grundlage der Prologomena zu den biblischen Briefen und Episteln (p. 187—255), betreffen mehr das altchristliche Schriftthum, enthalten aber auch manchen für die eigentliche jüdische Litteratur fruchtbaren Gesichtspunkt. Aus dem Spicilegium (p. 255—288) sind die sprachgeschichtlich werthvollen Beobachtungen hervorzulieben, die im Prolog des Enkels des eingenistet baten mögen, gewährt Z. 12: boy.i'Uo os tov otaatTjoavTa t7}v ßdßoov sv &c/AGi5GYj: Ich beschwöre dich hei Dem, der seinen Stab in dem Meere theilte. Diese Wendung, die an Spinoza’s Anekdote von dem Zaun, der über die Henne geflogen, erinnert, dürfte keineswegs mit D. 30 als blosse Umkehrung zu erklären sein. Vielmehr scheint hier der unwissende Zauberer Ex. 14, 5 anv'qv statt auf das Meer auf den Stab bezogen zu baten, wozu noch kommt•, dass die Theilung des Stahes als Zaubermittel so natürlich war. Vielleicht hat auch das sv xtpaßoep einer unbekannten Vorlage במטה (s. D. 11.6j die falsche Vorstellung erzeugt, der Theiluug des Stabes sei die Theilung des Meeres gefolgt.

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