Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1895)
- Article
- Jehuda Hadassi's Hermeneutik und Grammatik
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 23 (sequence 10)
- Language
- German
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Jehuda Hadassi’s Hermeneutik und Grammatik. 23 physiologische Grundlegung der Lautlehre einzufügen. Er wählt dazu die katechetische Form und fuhrt in Fragen und Antworten i) das Thema genau durch, von der allgemeinsten Definition des Lautes bis zu den speciellen Bestimmungen über die hebräischen Yocale und Consonanten (N. 164, Buchst. ת bis ח). In derselben katechetischen Form trägt er nun die Regeln über das Cholem und das Kamez und deren Anwendung in der Wortbildung vor, beginnt auch vom Chirek zu sprechen N. 164 Ende, 165), bricht aber dann ab und verweist für alles TJebrige auf seine Quellen, ״unsere Lehrer“ und namentlich Abu Joseph den Alten1 2). Wir werden bald sehen, dass Hadassi den Inhalt dieses Abschnittes nicht bLoss von den als ״unsere Lehrer“ bezeichnten karäischen Vorgängern geschöpft hat; doch wird er immerhin einen beträchtlichen Theil davon dem sonst nicht wieder genannten Buche des Scheich Abu Joseph3) entnommen haben. Es ist durchaus 11nwahrscheinlich, dass dieses auch die Quelle der katechetischen Darstellung der allgemeinen Lautlehre war. Jedenfalls verdient dieser Abschnitt in Hadassi’s Buche näher bekannt zu werden. Ich will einen Theil davon hier wiedergeben und damit zu weiterer Erforschung seiner Quelle Gelegenheit bieten. Dem Katechismus sendet Hadassi, damit eigentlich der in Fragen und Antworten zu eruirenden Begriffsbestimmung vorgreifend, eine Definition der Sprache voraus4) und erklärt 1) Stets mit Vorgesetztem שאלה und השיבה bezeichnet. Natürlich behält Hadassi auch hier die alphabetisch-akrostichische Torrn bei und setzt, wo ein Absatz beginnt, dem Worte שאלה oder השיבה ein mit dem erforderlichen Buchstaben beginnendes Tlickwort vor, also ,צח״חות ש, ,v קניין שאלה ,ראיית תשובה ,נועם ש׳ ,עוצם ש׳ ,פשר u. s. w. — Dieselbe katechetische Torrn wendet Hadassi auch in No. 65 an, um die Grundbegriffe der philosophischen Speculation zu erläutern; in N. 217 ff., über die Arten der Opfer: 36 numerirte Tragen mit den Antworten. 2) N. 165 Ende: תוקף כל אלה וכאלה תמצאם בכהודי משכילינו ירחמם האל ודברתי מעט מהרבה . . . מלמוד משבילינו לע ואבו יוסף הזקן ור״א למדנו בוה בספרו ותבקש ותמצא בו כל משאלותיך. 3) Die Identification desselben mit dem einmal erwähnten ר' יעקב המכונה אלשיך אלמופק, bei Tinsker, L. K. p. קבב und 64 lehrt nichts über den Träger des Namens und sein grammatisches Werk. 40 N. 164 Anf. קול הוא הבא מכלי הדבור אחר המחשבה וההרהור העולים מן הכליות אל הלב והלב ישלחנו אל השבכה שהוא מוח הראש אז יותמם להיות קול ואחר כן הדבור באותיות כרותות זה אחד זה בחמשת הקולות של כיקוד לב ,כליות und מוח (s. Babli Berachoth 61a: כליות יועצות לב מבין) bezeichnen die Sitze der drei platonischen Seelenvermögen. Weiter unten (Buchst. ר) lautet die Antwort auf die Trage, wo der Sitz des Lebensgeistes (הרוח הטבעי) sei: הכליות [W. לשלש מקומות ושמות השלש המקומות הם [מלך ר״ל והלב ומוח הראש. Der Ausdruck שבכה scheint auf I. Kön. 7, 18 zu