Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1895)
- Article
- Jehuda Hadassi's Hermeneutik und Grammatik
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 17 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829682-2829684-2845156--26719-2845196- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jehuda Hadassi’s Hermeneutik und Grammatik. 17 sehen Nomens auf solche Art Baum in seiner Hermeneutik, dass er sie in einem Anhänge den letzten 35 seiner achtzig Normen als zweite Serie derselben substituirt 1). Diese Künstelei ist ebenso charakteristisch für unseren Autor, ־wie die Form seines Werkes überhaupt. Er brachte es zu Wege, die sämmtlichen 379 Abschnitte, aus denen der Eschkol ha-Kofer besteht, und in denen fast durchaus sehr prosaische Gegenstände behandelt werden, mit alphabetischem, theilweise auch sonstigem Akrostich und mit Beim auszustatten. Allerdings ist der Beim zum Theil ein sehr wohlfeiler, da er für die akrostichischen Absätze durch das Suffix der 2. pers. sing, t]־»־ (t]V) gebildet ist, welches in einer, Logik und Wohllaut in gleicher Weise schädigenden Monotonie das ganze Euch durchzieht. Was die akrostichische Form betrifft, nach welcher die Abschnitte in Absätze zerfallen, deren Anfangsbuchstaben das Alphabet bald in gerader, bald in umgekehrter (תשד״ק) Folge darbieten, so erzielt sie Hadassi ebenfalls mit sehr primitiven Mitteln, indem irgend ein dem eigentlichen Texte nur lose sich anfügendes Wort, das mit dem betreffenden Buchstaben beginnt, an die Spitze des Absatzes gestellt wird. Während dieses rein äusserliehe Verfahren stilistisch einen grossen Theil des Eschkol ha-Kofer als fast abstossend wirkendes Curiosum erscheinen lässt, gewinnt das Werk an litteraturgeschichtlichem Werthe. Denn da es vor Allem als Fundgrube von Excerpten aus den verschiedensten älteren Schriften wuchtig ist, so ist die That- Sache von grosser Bedeutung, dass Jehuda Hadassi sich damit begnügte, seine Excerpte und Entlehnungen mit der äusseren Ornamentik von Beim und Akrostich zu versehen, die mitgetheilten Texte aber sonst ziemlich intact liess oder wenigstens nicht durch poetische Floskeln entstellte. Das gilt in hervorragendem Maasse von den hier zu behandelnden Abschnitten seines Werkes, deren Inhalt den Widerspruch zwischen der Trockenheit des Gegenstandes und der zierlich sein sollenden, gewählten Kunstform besonders auffallend macht. In den folgenden Capiteln soll nicht der gesammte Inhalt der hier zu behandelnden Abschnitte des Eschkol ha-Kofer herangezogen werden, sondern nur soweit derselbe an sieb oder 1) N. 173, Buchst. ט (p. 69b): טעמי שמונים מדות בארנו ונשלמו בעור אלד״ינו ... אך דואר. אני בדעתי לחש לים חלוף ותמור מדות שלושים וחמש שחרתנו ♦ ♦ . המשקלות בקו המשקולת של לשון תורתנו שהם שלושים וחמש .- ♦. Er nummerirt demgemäss dann die einzelnen dieser 35 Musterformen (die er ebenfalls als מדות bezeichnet) doppelt, also z. B.: מדה שנית למשקלות שהיא מדת מ״ו למדות שמורם, oder משקל ל״ב שהיא עץ למדות. Monatsschrift. 40. Jahrgang. 2