Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 Das Pragmenten-Targiim zum Pentateuch. Tadel darüber, dass Mose in so gefahrvoller Lage so lange*) im Gebete verweile. Den schroffsten Gegensatz aber zu jener ersten Auffassung des E. Simon b. J. bildet die in der Mecliilta unmittelbar darauf angeführte Ansicht des E. Aeha, wonach die Eettung einzig und allein um Mose’s und seines Gebetes2) willen sich vollzogen habe. Dadurch tritt desto klarer auch der Gegensatz hervor, der in der Paraphrase des J. zwischen dem zweiten und dem ersten Theile und demgemäss auch der Uebersetzung des 0. obwaltet. Unmöglich kann darum auch, wie Bacher meint, Jer. hier dem 0. als Quelle gedient haben, sondern umgekehrt liegt der Schluss nahe, d ass auc h h ier J e r. für d e 11־ e rs t e 11 Theil 0. benutzt 11abe:J). Anders verhält es sich dagegen mit den folgenden Stellen, wo von einer gegenseitigen Abhängigkeit zwischen 0. und J. schon darum nicht die Rede sein kann, weil ihre Auffassungen vollständig von einander ab weichen, 1) Ex. 23, 2 hält Bacher die Uebersetzung des 0. für einen ,,modificirten Auszug der viel klareren Paraphrase in J.u Die Uebersetzung des zweiten Halbverses lautet vollständig in 0. (nach a. la. ולא תתמנע מלאלפא מה דבעינך (דמתמד מנך על דינא בתר סניאי שלם דינא, dagegen bei j. ולא "תמנע הד מנכון למלפא זכו לחבריה בדינא ולא תימרון בלבכון בתר פרא דינא סמי• Schon der Schlusssatz in 0., der die Textworte אחרי רבים להטלת als besondere Vorschrift auffasst, während J. sie auf das Voraufgehende bezieht, hätte Bacher darauf führen sollen, dass beide Versionen in der Auffassung der Steile von einander abweichen. Preilich hat dieser Satz bereits Luzzatto Schmerzen bereitet. Indessen klärt sich Alles sofort auf, wenn man erst weiss, dass 0. hier uns.die Auffassung der von Maimonides, Verbot 283, citirten Mechilta-Stelle' wiedergiebt, die vermuthlich der ,,Mechilta des E. Simon“ entnommen ist. Dort heisst es: 1) So die Ansicht R, Elieser’s; vgl. daselbst. ר׳ אחא אומר מה תצעק אלי בשבילך אני עושה אמר הקב״ה אלולי (2 .צעקתך אבדתי אותם 3) Der beste Beleg hierfür ist wieder. .1 Jonathan, der thatsäcklich mir den zweiten Theil, nicht aber das שמיעא היא צלותך, welches dem קבולית צליתך des 0. entspricht, hat. Es ist also evident, dass dieses nur aus 0. in Jer. übergegangen sein kann.