Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-10-01 · Heft 1 (Oktober 1895) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 1 (Oktober 1895)
Article
Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
Date
1895-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829682-2829684-2845155--26709-2845188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch. 9 ihre Quellen zu prüfen, ihn in gleicher Weise bei dem Fragmenten-Targum zum Pentateuch zu der Ueberzeugung gebracht haben, dass auch dieses den Talmud und die jüngere Haggada bereits voraussetze, vor Allem aber notlnvendig jünger sein müsse, als Onkelos. Andererseits wird es doch auch von vornherein kaum plausibel erscheinen, dass Onkelos seiner, bis auf seltene Ausnahmen, streng wörtlichen Ueb er Setzung die breite, stark haggadische Paraphrase des ירושלמי sollte zu Grunde gelegt haben. Uni so mehr wären wir nach alledem zu der Erwartung berechtigt, Bacher würde uns einen Nachweis liefern, entweder für die von ihm behauptete Abhängigkeit des Qnk. vom Jeruschalmi, oder doch wenigstens vom hohen Alter des Letztem. Diesen Nachweis ist uns aber Bacher vollständig schuldig geblieben. Anstatt dessen bietet er uns eine Zusammenstellung verschiedeoer Kategorien von Differenzen zwischen Onkelos und dem Fragmenten-Targnm, die, so werthvoll sie an sich sein mögen, für unsere Frage jedenfalls darum ohne Belang sind, weil hier das, was vorerst hätte bewiesen werden sollen, die Abhängigkeit des Onkelos vom Jer., von vornherein vorausgesetzt wird. Dass Jer. dem Onk. überall als Vorlage gedient habe, gilt B. einfach als Axiom, und von diesem Gesichtspunkte aus erscheint ihm jede Differenz, ־ welcher Art sie auch immer sei, als eine der Erklärung bedürftige Abweichung des Onk. von seiner Quelle, deren Gründe darzulegen B. sich allein angelegen sein lässt. Besonders instructiv in dieser Beziehung sind die unter 5a (S. 64f.) angeführten Differenzen. Wenn z. B. Gen. 3, 22 Onkel, die Textworte מעזן החיים durch מאילן חייא, Jeu aber durch מן פירי אילן “'יא, wiedergiebt, od. das. 14, 23 ,ולא תאמר Onlc. mit ולא תימו־, Jer. aber mit ולא תהא מתרברב ואמר übersetzt, u. s. w., so sollte man meinen, dass jedenfalls nicht die Uebersetzung des Onk., die ihre Begründung in sich hat, sondern höchstens diejenige des Jer. einer Erklärung bedürfe. Für B aber sind diese Fälle sammt und sonders nur ״Aenderungen“, welche Onkelos an der Uebersetzung des Jer. vorgenommen, indem er die ״erläuternden Zusätze“ in demselben ״beseitigt“! Die gleiche Erscheinung bietet die unter 4 (S. 62 ff.) gegebene Zusammenstellung derjenigen Stellen, in welchen eine theilweise Uebereinstimnmng, sei es dem Wortlaute oder Sinne nach, zwischen 0. und J. sich zeigt. Nach Bacher soll sich freilich nirgends deutlicher als gerade in diesen Fällen die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.