Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, durch ו א גי ף מימרא דד ית תרעא דתיבותא באנפדה wiedergebe. Die ״späteren Targumim“ aber, Eragmenteri-Targum und Onkelos — meint G. — hätten, um den Anthropomorphismus zu vermeiden, den Ausdruck nur allgemein wiedergegeben durch: ״Gott hatte Mitleid mit ihm, oder schützte ihn.“ Nun heisst es aber thatsäc-hlich bei Jonathan gar nicht ואגיף, sondern genau so wie bei Onkelos ואגין. Allein G. behauptet auf das Bestimmteste, Jonathan habe ואגיף übersetzt, das ואצי־ן sei erst später aus Onkelos in Jonathan eingedrungen, wo es angeblich nicht in den Zusammenhang passe. Diese Sicherheit nimmt sich um so wunderlicher aus gegenüber der Thatsache, dass Jonathan — das Verbum גוף über haupt nicht kennt, dass er ״verschliessen“ einzig und allein entweder durch טרד oder, im Anschluss an Onkelos, durch אחד wiedergiebt. Dass Jonathan in seiner Uebersetzung nur die Haggada in Ber. r. S. 32,14 (vgl. Raschi z. St.) zum Ausdruck bringt, sei hier nur nebenher noch bemerkt. 2. Bedauerlicher Weise hat sich auch ein so vorsichtiger und gründlicher Forscher wie Bacher von dem Einflüsse der Geiger’schen Hypothese nicht ganz frei zu halten vermocht. Freilich weicht er von G. darin ab, dass er den jungen Er- Sprung Jonathairs, der ״in die Zeiten des Islämu hinabreiche, anerkennt, dass er ferner im Fragmenten-Targum nicht, wie Geiger, Glossen' zum alten palästinischen Targum, sondern mit Seligsohn solche zum Onkelos erblickt." Dagegen acceptirt B. ohne Weiteres GeigeEs Ansicht vom hohen Alter des jerusal. Targum, das bereits Onkelos zu Grunde gelegen habe, und dessen Reste eben die Fragmente seien. Nun hatte aber G. diese Hypothese hauptsächlich auf Jonathan gestützt, während er im Fragmenten-Targum gerade die Kriterien ״einer späteren Zeit“ erblickte. Man hätte ferner glauben sollen, dass schon die Analogie der, gleichfalls mit תרגום ירושלמי überschriebenen Glossen zum Propheten- Targum, deren naehtahnndischen Ursprung Bacher seihst nachweist, ihn dazu hätte führen sollen, von vornherein ein gleiches Verhältnis auch in Bezug auf die pentateuchischen Glossen zu vermuthen, dass demnach auch hier der eigentlichen Version, also Onkelos, die Priorität vor den Glossen gebühre. Auch würde die bei den Propheten-Targum-Fragmenten von ihm angewandte Methode, nämlich die haggadischen Bestandteile auf