Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch. 7 Dass cler Eingang dieser Stelle keinen. Sinn giebt, dass zwischen נוהגי[ בה und אין לי notliwendig ein Satz mit ת״ל fehlt, also mit einer Schriftdeutung, die durch אין לי als noch nicht vollkommen ausreichend bezeichnet wird — zeigt sich auf den ersten Blick. Thatsächlich enthält die Boraitha an der zweiten Stelle zwischen jenen Worten noch den Satz: ת״ל שכת המעשר מעשר אחד נוהג בה ואין שני מעשרות נרד״גין בה, der nur durch das 6|jloiot£Xsi>tov ביהגין בה an der andern Stelle ausgefallen ist. Allein G. hält gerade diesen Satz für einen nachträglichen Zusatz der späteren Halacha; die lückenhafte Stelle aber für die echte. Er bringt es fertig, in diese sinnlose Stelle einen Sinn hineinzubringen, indem er sie folgender-!nassen übersetzt1): ,.Man sollte denken, es seien in diesem (dritten) Jahre (nur) zwei Zehente (der des Leviten und der der Armen), oder gar nur der Armenzehent, von welchem die Schrift spricht; woher folgt, dass auch die übrigen (zwei) Zehente (gegeben werden)? Das liegt im Ausdrucke: (alle) Zehente Deiner Frucht.“! Es braucht wohl aber kaum erst bemerkt zu werden, dass אי[ לי unmöglich ,,oder gar“ bedeuten kann, dass diese Worte vielmehr eine stehende Formel bilden, welche einen Einwurf auf eine voraufgehende Schriftdeutung einleitet, dass also diese Worte allein schon notliwendig eine Lücke voraussetzen. Auch bedeutet יכול שני מעשרות, niemals ״nur 2 Zel1entea; die Stelle hätte sonst lauten müssen יכול לא י הו נוהגץ בה אלא . .. oder + ♦ ♦אין י-ותיןבד, אלא Dass Gr. zu einer solchen Interpretation seine Zuflucht genommen, ist um so auffälliger, als er selbst in seiner Anmerkung zu S. 181 darauf hinweist, wie die Entstehung der Lücke in Piska 302 einfach durch das öpoioTsXeotov zu erklären sei2). 2) Dieselbe Willkür in der Behandlung der Quellen zeigt sich auch in seinem Excurse über das jerus. Targuxn. Daselbst, S. 457, weist er daraufhin, dass zu Gen. 7,16 die LXX die Worte: ,,und Gott schloss um ihn“ mit dem Zusatze t׳/jv xtßoiTov, die Arche, erklären, und fügt dann hinzu, dass dies ebenso bei Jonathan der Fall sei, welcher angeblich die Stelle ג) Die Klammern sind von G־. gesetzt. 2) Ebenso dient ihm ein kleiner, auf אשגרת ל ישנא beruhender Fehler in Siphre Reeh, zu Deut. 12,17 (Pisk. 72) als Beleg für seine Ansicht, während das richtige in Mackoth 16 b und Jebamoth 86a enthalten ist. Freilich halt G. wiederum die L.A. im Siphre für die authentische, diejenige im Talmud dagegen als Aenderung der ״späteren Halacha/ü