Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Schuldennoth der Gemeinde Posen während des Rabbinates R. Isak b. Abrahams (1668-1685)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 18)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Die Schuldennotli der Gemeinde Posen. 45 Wir kennen noch diesen Gläubiger, der durch seine Abstammung und Familienverbind־ungen würdig erschien, dass die Gemeinde Posen ihre Heiligthümer bei ihm berge, denn nichts Anderes war diese Verpfändung. Samuel Kalischerl), der Sohn des Jochanan Zire’s aus Krakau, durch seine Reichthtimer weithin bekannt, war durch die Heirathen seiner Kinder mit den angesehensten Familien Polens in Verwandtschaft gekommen. So hatte sein Sohn Isaac eine Nichte des Posener Rabbiners, R. Mose R. Mendels, die Tochter seines Bruders Josef, zur Frau, ward sein zweiter Sohn Benzion der Schwiegersohn des berühmten Predigers von Lublin, R. Nata, und der dritte Jochanan der Gatte einer Enkelin des Rabbiners von Ostra, R. Simeon, der Tochter seines Sohnes R. Hirsch. Von seinen zwei Töchtern hatte Mirjam in erster Ehe einen Enkel Saul Wahls, in zweiter R. Jesaja, den Sohn des gefeierten Verfassers des Ture Sahab, R. David Halewi, Scheba R. Wolf Spira, den Sohn des böhmischen Landesrabbiners R. Simeon Spira, in Prag1 2), geheirathet. Noch im Nissan 1672 war das Posener Kleinod bei Sanmel Kali scher in Kalisch verpfändet3). Die Sammlungen, die noch im Nissan 1674 im Zuge waren, scheinen den erwarteten Erfolg gebracht zu haben. Wenigstens ist keine von den gefürchteten Maassregeln, die so unheilverkündend der Gemeinde drohten, über sie hereingebrochen. Der Nothstand war freilich nicht über Nacht zu verscheuchen. Traurig beleuchten den Jammer der Gemeinde die wiederholten Beschlüsse, keinem Armen den Eintritt zu gestatten, vollends der freilich bald zurückgenommene Bann gegen die Unterstützung der widerrechtlich ein gedrungenen Wanderbettler4). 1679 muss es noch so traurig um die Gemeinde bestellt gewesen sein, dass man sich dazu entschloss, die Zahl der jährlichen Eheschliessungen auf vier zu beschränken5). Fast scheint es, als ob die Noth, der Jammer der Gemeinde und der fromme Zug des eigenen Herzens R. Isak b. Abraham den Gedanken eingegeben hätten, seine Tage im heiligen Lande zu beschlossen. Wenigstens wird es erlaubt sein, diese Vermuthung auszusprechen, so lange nicht eine andere 1) Ich entnehme die Daten über die Verbindungen und die Abstammung Samuels einem Stammbaume, den ich meinem Freunde Louis Kalischer in Thorn verdanke. 2) Bestätigt durch Hock, Die Familien Prags, p, 280. 3) S. Anhang 2. 4) Perles 61, n. 1 und Anhang 3. «) Perles 62, n. 4.