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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 1 · p. Seite 41

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 1
Article
Die Schuldennoth der Gemeinde Posen während des Rabbinates R. Isak b. Abrahams (1668-1685)
Date
1894-01-01
Page
Seite 41 (sequence 14)
Language
German
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…/2829132-2829668-2829670-2845091--26041-2845141
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Die Schuldennoth der Gemeinde Posen. 41 herborgen, um den adeligen Dränger zu befriedigen, und die־ selben Zinsen wie dieser beziehen, bis die Summe aus den einflies senden Steuern, den sogenannten Bardongeidern, abge־ zahlt werden könne. Die Verarmung der Gemeinde beleuchtet am grellsten der Umstand, dass die Steuerrückstände die Höhe von 5000 Gulden erreicht hatten. Jeder neue Beschluss der am 25. Kislew 1670 zusammengetretenen neuen ausser־ ordentlichen Commission, der wieder der Rabbiner Vorstand, zeigt die steigende Uoth. Aller Luxus, besonders in der Zahl der Gänge und Gerichte bei den Mahlzeiten, soll vermieden, kein Bräutigam mehr während seine Brautstandes festlich bewirthet werden1 2). Das Gespenst der Verarmung tritt selbst vor die Ehen, die fortan beschränkt und von einer gewissen Höhe der Mitgift abhängig gemacht werden sollen-). Die Vorbeter an der alten wie an der neuen Synagoge erleiden eine Reduction ihres Gehaltes um wöchentlich vier Gulden3). Und wie ein Unglück selten allein kommt, gesellte sich hier zu dem öffentlichen Notkstand auch noch die Baufälligkeit der unentbehrlichsten öffentlichen Bauten. Die Friedhofsmauer war eingestürzt, die Gräber lagen ohne Schutz4). Vor der Pietät und der Pflicht gegen die Todten musste aber jede Rücksicht zurücktreten; alle Noth des Augenblicks war ver־ gessen, wo die Sorge um die Störung der Grabesruhe theuerer Todter ihr Haupt erhob. Ein neues Anlehen musste aufge־ nommen werden, und wenn es von wo immer beschafft werden sollte; der Arzt der Gemeinde, Moyse Judka, d. i. wie ich gezeigt habe5), Mose b. Juda Lema, stellte sich an die Spitze und versprach, sicherlich Dank seinen Beziehungen zum Adel und zur christlichen ־ Umgebung, für die Aufbringung des Anlehens Sorge zu tragen. Aber auch der alten Synagoge drohte der Einsturz6). Der Bau war nicht länger aufzuschieben, wenn man das alte Wahrzeichen der Gemeinde, das Gotteshaus der Väter, nicht wollte in Trümmer sinken sehen. Man hatte schon za lange gewartet; jeder fernere Aufschub musste Verderben bringen. So beschloss man denn, vor dem Wochenfeste des Jahres 1671 1) Perles a. a. 0. 61 n. 99. 2) Ib. 3) Ib. 4) S. Anhang 2. 5) S. Monatsschrift 87, 181. Samuel b. Josef Heller Zoref fuhrt in seinem מצרף לכסף f. 70a an: החכם הכולל השר והטפסר מד,וריר משד, רופא. 6) S. Anhang 2.

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