Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Schuldennoth der Gemeinde Posen während des Rabbinates R. Isak b. Abrahams (1668-1685)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 11)
- Language
- German
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38 Die Schuldennotli der Gemeinde Posen. kündet deine Tugend, laute Reden klingen. — Ich höre sanfte Töne, weiches, mildes Singen. — Auch Jauchzen hör’ ich, höre helle Grüsse rauschen. — Wenn aus dem Spruch sie deines Namens Klang erlauschen. Nun, Bräutigam, am Tag der frohen Hochzeitsfeier — Sprich laut auch du das Wort, erheb’ dein Haupt nun freier. — Dein Loos, die Menschen nennen’s glücklich, vielbegehrt. ־— Ich sehe, die dich zeugten, freud- und wonnverklart. — Erhebe dich, dir ist geweiht hier Raum und Ort; — Dein harrt erhöhter Sitz, der Ehre reiche Pfort’. —. Yon hoher Bühne las der König einst die Kunde —־־ Es horchet dem Gesetz des Yolkes weite Bunde — Lies du nun, wie ein König glücklich, preise! — Und ruf des Himmels Segen rasch in deine Kreise. — Spend’ frommen, edlen Zwecken deine milde Gabe, — Dass sich der Arme, Dürft’ge und die Wittwe labe. — Ich will dich preisen, segnen, reich durch Sprüche lohnen. — Mög nun und immer Glück in deinem Hause wohnen! — Neu, frisch möcht’ ich dir reiche Segenskränze schlingen, — Möcht’ betend dir des Himmels Gnad’ erringen. Ereu’ dich der treuen, edlen Freundin, deiner Jugend. — Seid immer ewig froh im Morgen glanz der Tugend. — In eine reiche Zukunft blicke! Eine Rebe — Ist reinen Hauses Pflanzung. Fortab strebe, — Sie zart zu pflegen. Bleibst im Alter noch umschlossen — Yon inn’ger Liebe, von der Treue reichen Sprossen. — Dein Haus erblühet, es erglänzt in hoher Ehr’ — Um euch Üiesst Tugend, Glück, ein ruhig Meer. — Dir folgen ehrend Yiele, zieh’n in deine Hallen. -־«- Heil, Frieden, Wohlfahrt winken dir, den Deinen Allen. — In deinem Haus’ wird der Gemeinde Heil erhlüh’n; — Drum All’ vereint in Lieb dir heut’ entgegenglüh’n. Komm, tritt heran, 0 theurer, werther Sohn Mit den Genossen, die dich freudig führen. Es tönet dir der Gruss, der reichste Lohn, Er kann das schönste Lehen schmücken, zieren. Gesegnet, wenn du kommst, im Kreise weilest, Gesegnet, wenn du ziehst, von dannen eilest! Die Schuldennoth der Gemeinde Posen während des Rabbinates R. Isak b. Abrahams (1668-1685). Yon Prof. Dr. David Kaufmann. Es war ein gesunder Instinct, der die Juden allerorten in Zeiten schweren Druckes ihrer grossen Gemeinden sich annehmen hiess. Sie hatten das richtige Gefühl, in diesen die Vororte und Brennpunkte ihres religiösen Lebens zu besitzen, die Pflegestätten der Ueberlieferung, die Stammsitze der Väterbrauche und Institutionen, die Schirmburgen der angestammten