Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Schuldennoth der Gemeinde Posen während des Rabbinates R. Isak b. Abrahams (1668-1685)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 3)
- Language
- German
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BO Ein Einleitangsgedicht R. Elieser b. Nathan’s aas Mainz. aus Mainz tragen, gehören zu den besten Erzeugnissen der poetanischen Litteratur 1). Vielleicht noch älter als diese Introductionen zum Gebete ist die Formel der ״Erlaub nissertheüung“, die Lection yorzunehmen. Ein alter Satz der Gesetzesbestimmung* 2 *) schrieb vor, dass• Niemand aus der Thora lesen dürfe, der hierzu nicht bestimmt aufgefordert würde. Nicht einmal dem Vorsteher der Synagoge wurde hierin eine Ausnahme zugestanden. Es wurde daher der für den Vortrag Bezeichnete immer vorgegerufen. Nun kam die Sitte auf, dem Eufe selbst einige Sprüche vorangehen zu lassen. Diese finden sich schon bei Amram Gaon und sind in dem Oyclusgebetbuche aus Vitry, welches die Gebetordnung des 11. und 12. Jahrhunderts in Lothringen darstellt, ausdrücklich als ״Erlaubnissintroduction“ für den Cohen, der zuerst aus der Thora yorträgt, bezeichnet׳0׳). Mit der Ausbildung der synagogalen Poesie musste auch diese Xntroduction die poetanische Form annehmen. Es geschah dies in zweifacherWeise. Der aus der Thora Vorlesende trug entweder selbst die Einleitung vor, oder der Vorbeter der Gemeinde, indem er einen Mann zum Vorlesen aufforderte, gab seiner Einleitung eine poetische Form. Zu der ersten Art gehören die aramäischen Stücke, welche derjenige sprach, welcher am Tage der Gesetzgebung, am Wochenfeste, die Thoralection begann oder zu Ende führte4), zu der zweiten die ,,Erlaubnissertheilungu zur Beendigung und zum Eröffnen der Pentateuchlection am Freudenfest der Thora5). Auch sonst mögen schon früh bei besonderen Gelegenheitslectionen derartige Introductionen in Hebung gewesen sein. Wir wissen nicht, ob die poetischen Eingänge Y0r den freien Vorträgen und den Predigten im frühen Mittelalter, wie wir sie im Midrasch-Buche aus Temen lesen 6), vornehmlich in Deutschland ihre Pflege fanden. Hier treten uns weitere Beispiele derartiger Poesien ג) S. Rosenberg, Kobez maasse jede Geonim, Poesien,־ S. 18 und Einleitungen zu 2. Neujahrs- und Yersöhnangstags-Schacharit. 2) Tossifta Megilla III. 3) M, Yitry, S. 596 Hs. 488. 4) אקדמות מילין und יציב פתגם. . 5) רשות לחתן תורה und לחתן בראשית. Yiele Wendungen in dem letzteren erinnern an den Bräutigams-Reschut des Simon b. Isac. Auch die Eintheilung des Reschut, als von mehreren Eactoren zugestanden, ist dieselbe. S. Seite 32, Note 4. 6) S. Kohut in der Monatsschrift für Gesch. u. W. des Judenth., Jahrg. 88, S. 889 f. Die Gedichte sind auch im Midrasch ha-gadol Ms. Berlin zu lesen.