Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Schuldennoth der Gemeinde Posen während des Rabbinates R. Isak b. Abrahams (1668-1685)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 2)
- Language
- German
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Ein Einleitungsgedicht R. Elieser b. Nathan's aus Mainz. 29 vor dem Hauptgebete blos einen einleitenden Vers, der dem Wunsche Ausdruck giebt, Gott möge der Lippe den rechten Laut gewähren, um die frommen Gedanken auszusprechen, von denen die Seele erfüllt ist. Für diesen Brauch könnte das Beispiel vieler Bittpsalmen angeführt werden, deren Einleitung ein kurzer Satz bildet, welcher das folgende Gebet anzeigt 1). Auch ein Wort, welches um die Theiinahme der Gemeinde bittet, scheint an manchen Orten in TJebung gekommen zu sein, wurde aber von den Lehrern abgelehnt* 2). Als hingegen im geonäischen Zeitalter die Sitte aufkam, in das Gebet selbst kürzere oder längere Sprüche des Yortragenden, die sich bald zu Poesien erweiterten, einzuflechten, da verstand es sich von selbst, dass der Yorbeter von der Sendung sprach, die ihm geworden, das Gebet im Namen der Gemeinde zu verrichten. Denn wie der Name des Vorbeters ״Bote der Gemeinde44 war, so erfolgte dessen Wahl auch von der Ver- Sammlung der Gläubigen, und sind die Eigenschaften und die sittliche Bedeutung auch vorgeschrieben, welche derjenige besitzen muss, der zum Vorbeteramte zugelassen wird3). Der in die erste .Eulogie der Tefiila eingefügte Spruch, welcher den tiefen Sinn und die Belehrung der Weisen erwähnt, die der Vortragende festhalten möchte4), ist das erste Beispiel einer Einleitung, welche sich an die hervorragenden Lehrer der Gemeinde wendet. Dieser Spruch ist alt und findet sich schon im Gebetbuche des Gaon Amram. Kalir in seinen Eingangspoesien hebt die Sendung hervor, welche die Gemeinde und ihre Häupter dem Vortragenden anvertrauten5), und eine weitere Ausbildung fand diese Introduction am Ende des 10. Jahrhunderts in Spanien und in Deutschland. Die Einleitungspoesien zum Hauptgebete, welche die Namen des Joseph Ibn Abitur, Meschullam ben Kalonymus und Simon ben Isac 1) Ygl. Ps. 4. 5. 9. 17. 28. 61. 64. 86. 88. 102. 141. 148. Besonders beliebt ist eine solche Introduction in David'sehen Psalmen. Beispiele anderer Introduction sind in Ps. 78. 101 zu lesen. 2) S. Mordechai, Berachot I, 22. Tur Orach Chajim 111. Ygl. den Yers Deuteronom. 82, 3. — 3) Die in Taanit 16b für die Wahl des Yorbeters festgestellten Satze beziehen sich auf den Yorbeter im Allgemeinen, nicht nur für den, der die Gebete an den Festtagen vorträgt. So hat sie wohl schon S. Xahira in Halachot Gedalot verstanden. S. das. Tanijot E. So sind sie auch bestimmt in dem alten Respons. in den Resp. der Geonim des Ostens und West. No. 171 und Resp. Alfassi 281 verstanden. 4) מסוד חכמים/ 5) S. Pijjut ארשה im Tal- und!אפיל im Geschemgebete.