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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 1 · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 1
Article
Das Zehnstämmereich in der Geschichtsvision des Henochbuches
Date
1894-01-01
Page
Seite 22 (sequence 12)
Language
German
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22 Das Zehnstänunereich in der Geschichtsvision. Herrn der Schafe, bis er ein neues Haus brachte, grösser und höher, als jenes erste, und es an dem Orte des ersten, das eingewickelt worden war, aufstellte; alle seine Säulen waren neu und seine Zierrathen waren neu und grösser als die des ersten alten, das er hinausgeschafft hatte, und alle Schafe waren darin“, so finden wir, dass sowohl die Eigenschaft, die vom Stiftszelte Moses, ״alle Schafe waren darin“, als auch die des Salomonischen Baues, ״jenes Haus war gross und weit“, vom messianischen Hause hervorgehoben und nachdrücklieh betont werden. Was der Verfasser damit beabsichtigte, erhellt aus 90, 33, wo er erzählt, dass alle zu Grunde gerichteten und versprengten Schafe sich im neuen Hause versammelten; nur ein solcher Tempel, der alle zwölf Stämme in sich aufnehmen kann, wie der von Mose, Salomo und Gott errichtete, nur eine Stadt, in der sich das gesammte Israel versammelt, ist gottgefällig. Dagegen ist der zweite Tempel, den nur drei Stämme gebaut, das neuerrichtete Jerusalem, in dem nur ein Bruchstück des ganzen Volkes sich zusammenfmdet, von Gott verworfen, und die daseihst dargebrachten Opfergaben werden für unrein und befleckt erklärt. Deshalb hebt unser Verfasser hervor, dass nur drei Stämme ans der Gefangenschaft zurückkehrten und den Tempel bauten und unmittelbar darauf,, dass die Opfer unrein waren. Aus demselben Grunde beginnen die Hirten die verderbliche Wirksamkeit in der Stunde, als die Zehnstämme aus dem Lande gerissen werden, und ihre Thätigkeit hört so lange nicht, auf, als die Vereinigung dieser Stämme mit dem Südreiche in der messianischen Zeit nicht stattgefunden hat. Ich glaube nun 89, 56: ״Und ich sah, dass er jenes ihr Haus und ihren Thurm verliess“, den Vers, der uns Schwierigkeiten bereitete, so erklären zu dürfen, dass nach Auffassung unseres Verfassers Gott Jerusalem deshalb verlässt, weil die Zehnstämme nicht mehr dazu gehören und das Keich kein ganzes mehr ist1). Was den Verfasser des Henochbuches dazu bewog, diesen Standpunkt einzunehmen und in Folge der Abwesenheit der nördlichen Stämme den zweiten Tempel in Jerusalem für unheilig zn erklären, wird aus dem Vorhandenen nicht klar Dass diese so früh vom Südreiche lossgerissenen Stämme in der *) Ob er in 89, 50 nickt darauf anspielt, dass der zweite Tempel mehr einer Festung, als einem Heiligthume glich, wie ihn die Samaritaner in Antiquitates ÜXI, 4, 4 schildern: 10g eppooptov p.aX\ov aöxov sivac y] Ispöv und XI, 4, 6: דסש׳ vaov <ppoopC(p npoosoixoxa jjlaXXov ’q lepte wxmoxsoaCoüGiv, ist nicht unwahrscheinlich.

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