Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Zehnstämmereich in der Geschichtsvision des Henochbuches
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 13)
- Language
- German
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Seder Olam Suta. 23 messianischen Zeit wieder zurückkehren und mit Juda ein einheitliches Land bilden, ist verständlich, da die meisten Propheten die Vereinigung beider Reiche als ein Hauptmoment der messianischen Gestaltung Palästinas besonders betonen und auch die späteren Apokalypsen, wie die nach der Zer־־ Störung des zweiten Tempels verfassten Bücher, IV. Esra und Baruch2), eingehend erörtern. Sollten etwa politische Verhältnisse des einstigen assyrischen Reiches, Ereignisse, die sich dort zur Zeit unseres Verfassers abgespielt haben, die Aufmerksamkeit auf die im Auslande lebenden Juden gelenkt, oder sollte eine etwa anzunehmende ungünstige Stimmung der palästinensischen Juden gegen ihre Brüder im Exil diesen einen Anwalt erweckt haben, der die hohe Bedeutung der in weiter Ferne wohnenden Stämme für den Tempel und die Zukunft Judäas hervorzuheben sich gedrängt fühlte? Ich müsste den Rahmen dieses Aufsatzes überschreiten, wenn ich diese, nns nur mittelbar interessirende Frage erörtern und mich in Vermuthungen einlassen wollte. Der einzige Zweck meiner Untersuchung war, zu beweisen, dass das Henochbuch sich in einer Reihe von Versen mit der Geschichte des Zehn Stämmereiches befasst und dass dasselbe unter den aus dem Exile zurückkehrenden drei Schafen die drei Stämme: Juda, Benjamin und Levi versteht, und diese beiden Punkte glaube ich mit überzeugenden Beweisstellen dargelegt zu haben. Wien, den 1. Juni 1894. 1) Siehe Rose nt 11 al, Vier apokryphi&che Bücher, S. 47. 62 und 84. Seder Olam Suta. Von S. Schlechter. Der vorliegende Text ist dem Ms. De Rossi 541 entnommen. Derselbe trägt die Ueberschrift סדר עולם דר׳ יופי, stellt aber das פדר עולם זוטא vor. Ob mit den Worten דר׳ יופי R. Joseph Tob-Elem gemeint sei, bin ich nicht im Stande zu entscheiden. Das Ms., welches ich bei Gelegenheit ausführlich zu beschreiben gedenke, ist in französisch-rabbinischer Schrift geschrieben, und stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. So weit ich das Ms. aus