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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 1
Article
Die biblische Völkertafel im Talmud, Midrasch und Targum
Date
1894-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Die biblische Völkertafel im Talmud, Midrasch und Targum. grenzenden Theilen Ungarns und Rumäniens bedeutet, unter־ liegt keinem Zweifel und wird allgemein zugestanden. Dennoch aber knüpft sich an das Wort manche Schwierigkeit, die wir nicht unerörtert lassen dürfen. Im babylonischen Talmud hat das Wort die Form גינתיא. Ich habe diese Form in einer früheren Schrift 1) weitläufig behandelt und glaube hier die dort gefundenen Resultate nur in Kürze mittheilen zu müssen. Es liegt hier eine Yerwechselung von Getien mit Gothien vor, ursprünglich־ hiess das Land גיתיא — Getia, dann vom vierten Jahrhundert an גותיא Gothia* 2). Der Buchstabe 'נ in גינתיא deutet die nasale Aussprache jenes getischen oder dakischen Namens an3). Die Geten oder Gothen werden in ״der Traditionslitteratur oft in der Rolle von Sklaven vorgeführt4); vgl. j. Beza I, 60c גותיין mit b. Kethub. 62a עברי. Der Nasal erscheint wieder in j. Sanh. II, 19d גנתן (auch גינתון) und j. Horaj. III, 47a גנתיין. Noch mehr Yarianten in Echa r., cap. 2, 5: גונתאי, im Aruch גותא, in Jalkut, Deut., § 946 גיתאי .1) גינאי), in j. Thaan. IY, 69 a כותייא {l גותייא); also Geten, Genten oder Gothen. Aus Genesis r., cap. 39, 12 ist ersichtlich, dass in der Nähe von Tiberias eine aus Gothen oder Geten gebildete römische Legion lag (קומי p עריקין הוינן גוניתיה בהדא בוטיטא דטבריא, s. die richtige la. bei Kohnt 11, 40 u. 324), von welcher die Juden zu leiden hatten5 6); dasselbe geht auch hervor aus Jalkut zu den Psalmen, § 702 Ende: מה עשה מונתיים מה מצה (6 לטבריים. In Jelamdenu zn Numeri 24, 6 finden wir den Namen des Landes und des Yolkes beisammen ונתן גנתייא לגנתים. Daraus, dass die Geten in Palästina den Juden 0 Magyarorszägi regisegek a talmudban (Ungarische Alterthümer im Talmud), Budapest 1893, besonders auf S. 19—28. 2) Vgl. den Titel des Werkes von Jornandes: De Getarum sive Gothorum origine et rebus gestis; über die Verwechselung v. Preller in der Pauly’schen Beal-Encyklopadie III, 858. 3) Vgl. über den Nasal im Getischen Mü lienhoff in der Halle’schen Encyklopädie, Sect. I, Bd. LXIV, S. 468—464. 4) Aaoc and Tevris im Griechischen, Davus, Geta, Daciscus, Daca im Lateinischen, sind Sklavennamen v. Müllenhof f a. a. 0. Vgl. Germanen als Sklaven in j. Joma VIII, 45 b (j. Sabb. VI, 5 c, j. Ab. sara III 42 a) und Genes, r., cap. 86, 3. Mauretanische Magd (מוטרדת, opp. כושית) Ex. r., c. 3, 4. In Betreff der Skythen s. Suidas s. v. Xxofraiva. 5) Danach ist meine Liste der römischen Besatzungen in Palästina (Magazin für die Wissenschaft des Judenthums, 1892, p. 284ff) zu er־ ganzen. 6) Im Midrasch zu Psalm 25, 14 etwas abweichend: אבל ברבריים וענתיים (וגנתיים .1) ,ולשתותיר בור עשיתי לרם. Dasselbe auch zu Psalm 109, 3 (in den alten Ausgaben): לברבריר ולשחותיר מר עשר, wo statt שתותיר zu lesen שקותיר Seythia.

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