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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 1
Article
Die biblische Völkertafel im Talmud, Midrasch und Targum
Date
1894-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Die biblische Völkerfcafel im Talmud, Midrasch und Targum. 7* (Nomadas et Georges, Plinius IT, 12); s. Bischoff, Wörterbuch der Geographie S. 551. Nach alle dem wird man* wohl dabei bleiben müssen, dass das אפריקא der jüdischen Quellen nur das bekannte Afrika sein könne. 2) גותיא ist Gothia, das Land der Gothen. Auch dieser Name wird für Gomer gesetzt, merkwürdigerweise jedoch nur in den beiden Talmuden, welche dadurch von Midrasch und Targum in auffälliger Weise abweichen. Gomer ist der nächste Nachbar von Magog, dessen Name wegen seiner Beziehung zu Gog in den Visionen Ezechiels für die Zeitgenossen nicht minder furchtbar war, als der von Afrika und Germanien. Die biblischen Gomerim 1) glaubte man in den Gothen wiederzuerkennen* 2); man wusste aber auch, dass die Gothen ein germanischer Stamm sind, und so fallen die Begriffe Gomer und Magog einerseits, und Gothien und Germanien andererseits fast zusammen. Nimmt man noch hinzu, dass die Germanen ihrerseits zu den gefürchteten Barbaren gezählt werden3), die Barbaren aber, wie bereits gezeigt wurde, den Norden Afrikas zum Wohnsitze hatten, so haben wir einen geschlossenen Kreis von Völkerschaften vor uns, dessen Theile sich überall gleich sind und für einander gesetzt werden können. Dieser Kreis wird gebildet von wilden Völkerschaften an den Grenzen des römischen Weltreiches, und zwar im hohen Norden von den Germanen, statt deren wohl auch die Skythen oder Sarmaten genannt werden können4), im Osten von den Gothen, im Süden von den Berbern oder den afrikanischen Völkerschaften. Die beiden ersten Söhne Japhets, zugleich die ersten in der Reihe der biblischen Völkerschaften, werden als am äussersten Ende der civilisirten Welt wohnend gedacht und darum mit einer derjenigen Völkerschaften identificirt, welche als Feinde des römischen Weltreichs bekannt und gefürchtet waren. Dass der Name גותיא gleich Gothia ist und als geographischer Begriff das heutige Siebenbürgen sammt den anx) Siehe Halevy in Revue des eftudes juives, XVII, 16. 2) Hieronymus, ed. Martianay, II, 515: Scio quendam Gog et Magog tarn de praesenti loco quam de Jezechiel ad Gothorum nuper in terra nostra bacchantium historiam retulisse. 3) Genes, r., Cap. 75, 9: בני ברבריאה רבגי גרמאניאה שאדומיים ■מתייראים מהם. 4) Jelamdenu zu Num. 8, 6 bei Aruch; Pesikta di R. Kahana, p. 48a; Buber, Pesikta rabbathi, c. 15 (p. 71b Friedmann), Scbir rabba zu 2, 8; Midrasch zu Psalm 109, 8.

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