Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die biblische Völkertafel im Talmud, Midrasch und Targum
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Die biblische Völkertafel im Talmud, Midrasch und Targum. Mal unter einander auch vertauscht wurden, wie sich weiter unten ergeben wird. Cassel fährt in seinem Beweis verfahren wie folgt fort: ,,Die Sage, nach der Alexander das Amazonenland besucht hatte, stellt dieses mit אפריקי zusammen 1); ebenso sagen zu dem grossen Könige die Weisen des Südens, dass er durch die הרי חשך gehindert, sei, nach אפר יקי zu kommen.1 2); endlich stellt Mar Sutra eine Meinung auf, dass die Zehnstämme nach אפליקי gekommen sein sollen3). Aus allem dem geht ״hervor, das אפריקי ♦ . ♦ das Land der Iberer, Iberica, 5Iß7]pw07] sein müsse“. Das Land der Amazonen dachten sich aber die Alten in der That in Afrika4); auch die ,,finsteren Berge“ müssen in Afrika gesucht werden, weil dann gleich von Karthago die Bede ist5); der angebliche Aufenthaltsort der Zehnstämme aber kann in der Frage nicht ausschlaggebend sein, da die Sage -eigentlich nur 1) Ithamid 32 b: אנא אלכסנדררם מול,דון הריתי שטיא עד דאתיתי למדינת אפריל!י דכשיא כר׳> In Lev. r. eap. 27, 1 heisst es jedoch: אנא אלכסנדרום .מוקדן שטי הוינא עד דאתי לקרטיננא מדיכתא . * . אזל למדינתא לאוהדי דשמה אפריקי, was also im Talmud Afrika ist, heisst hier קרטיגנא» und dieses ist, wie allgemein zugestanden wird, die Stadt Karthago in Kordafrika•, vgl. Kohut I, 243b. Auch in Pesikta, ed. Buber, 74a, Genes, r., cap. 33, 1 u. Tanchuma II, ed. Buber, 9 § ,אמרר ist nur Karthago und nicht Afrika genannt;‘ in j. Baba mezia II. 8c fehlt auch Karthago. An allen diesen Stellen figurirt eine Königin von ״Kazia“ (מלכא קצייא); es thäte dringend Noth, diesen Namen zu identificiren, was aber bisher noch nicht gelungen ist (Kohut’s Kaat-ov taugt Nichts). Ich denke an Casia, eine Landschaft in Scythia, dem vermeintlichen Sitze der Amazonen; sie findet sich bei Ptol. VI,■ 15; vgl. Bischoff, Wörterbuch der Geographie, S. 264. Daselbst auch die Casii Montes. 2) Thamid 32a; אמר להן כעינא דאויל למדינת אפריקי אמרו ליה לא מצית אולת רפסקי הרי חשך► *" 3) b. Sanh. 94a: להיכא אגלי להו מר זוטרא אמר לאפריקא♦ Cassel ist es entgangen, dass die Ansicht Mar Sutra’s auf einer uralten Agada beruht, darauf nämlich, dass אל ארק כארצכם (II. Könige 18, 32), welcher Vers in Sanhedrin unmittelbar vorher in der That angezogen wird, seit jeher auf Afrika bezogen wurde, so schon in der Mechilta zu Exod. 13, 11 (p. 22a Eriedmann) und Thosefta Sabb. VII, 25 (p. 119 Zuckermandel); vgl. j. Schebiith VI, 36c. Afrika galt *nämlich für ebenso gesegnet und reich wie Palästina; vgl. auch Bitter’s geographisch-statistisches Lexikon unter dem Schlagworte: Berberei. 4V Bekanntlich fabeln die Alten sowohl von kaukasischen Amazonen, als von libyschen; Dionysios von Mytilene behauptet sogar, die libyschen Amazonen seien viel älter als die am Thermodon. Er bemerkt, dass diese libyschen Amazonen Vielen unter dem lesenden Publicum ganz fremd sein möchten — eine, wie man sieht, noch heute zutreffende Bemerkung (Pauly’s Kealencyklopädie I, 832). 5) Der Dichter Zenothemis verlegt die Amazonen nach Aethiopien, wo es ,,finstere Berge“ genug giebt.