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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 1
Article
Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judenthum
Date
1893-01-01
Page
Seite 37 (sequence 12)
Language
German
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Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judenthum. 37 mit keinem Worte Erwähnung, wie sie auch von Thomas von Aquino völlig unberücksichtigt geblieben ist1). Wir gehen nun zum Schluss auf das Yerhältniss des Duns Scotus zu Maimonides ein. Wie Thomas von Aquino2), so folgt auch Scotus in seinen Ausführungen über (Hauben und Wissen oder über das Yerhältniss von Offenbarung und Yernunfterkenntniss der Darstellung des Maimonides, die allerdings im Wesentlichen auf Saadia als auf ihre erste Quelle zurückgeht3). Die Lehre vom Dasein und von der Einheit Gottes, so bemerkt Scotus unter Berufung auf Maimonides, musste dem israelitischen Volke, obschon sie durch die menschliche Vernunft bewiesen werden kann, durch die Offenbarung mitgetheilt werden, mit Rücksicht auf die mangelhafte Bildung dieses Volkes und auf seine Hinneigung zum Götzendienst4). Aber auch sonst ist es für eine Gemeinschaft nur förderlich, dass ihr die durch die Vernunft zugänglichen Wahrbeiten auch auf dem Wege der Autorität mitgetheilt werden, und zwar wegen der im Allgemeinen herrschenden Lässigkeit in der Erforschung der Wahrheit, wegen der unzureichenden Fassungskraft der gewöhnlichen Menschen und wegen der Gefahr, dass hei selbständiger Speculation sich Irrthümer einschleichen und dadurch Zweifel hervorgerufen ,werden. Durch eine autoritative Mittheilung oder die Offenbarung aber wird diesen Gefahren vorgebeugt 5). 0 Guttmann, Das Yerhältniss des Thomas, S. 17. 2) Guttmann, Das Yerhältniss des Thomas, S. 33fgg. 3) Ygl. Saadia Emunotk we-Deoth (ed. Slucky, Leipzig 1864), Einleit. S. 11 f.; Guttmann, Die Religionsphilosophie des Saadia (Göttingen 1882), S. 24—25. 4) In Sent. I, dist. 2, qa. 3, 7, Y, pag. 294. Ad illa, quae sunt pro alia opinione, respondeo ad autoritatem Rabbi Moysi, dico, quod popnlus Judaicus fuit rudis et pronus ad idololatriam, ideo indiguit instriü per leges de uni täte Dei, licet per rationem naturalem poterat demonstrari. Ita etiam acceptum est a lege, quod Deus sit, Exode tertio: Ego sum, qui sum. Wahrscheinlich hat Scotus Mer die Stelle More II, cap. 31 (Munk, Guide II, S. 257) im Auge. 5) Ibidem, pag. 295. Illa etiam, quae possunt demonstrari, utile est communitati tradi per viarn auctoritatis et propter negligentiam communitatis in inquirendo veritatem 6t propter impotentiam jintellectus et propter errores inquirentium demonstrationem, quia veritatibus multa falsa permiscent, ut dixit Augustinus 18 De civitate Dei, et ideo cjuia simplices sequentes tales demonstrationes bene possent dubitare, cui esset assentiendum. Ideo tuta est via et facilis et communis auctoritas certa, quae non potest fallere nec falli. Ygl. More, I, cap. 34 (Munk, Guide I, S. 118—30).

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