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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 1
Article
Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judenthum
Date
1893-01-01
Page
Seite 36 (sequence 11)
Language
German
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36 Die Beziehungen des Johannes Dans Scotus zum Judenthum. prima auch schon der Einwirkung geschöpflicher Wesen, wie der Engel, zugänglich ist. Die materia tertio-prima endlich ist das Substrat jedweder Einwirkung parficulärer Agentien, der Stoff, der z. B. der künstlerischen Thätigkeit des Menschen sich als Unterlage darbietet1). Die materia primo-prima ist demnach die einheitliche, allen geschöpflichen Dingen gleichmassig zu Grunde liegende Materie, die aber dann imSchöpfungsprocess, durch die Form determinirt, sich zur secundo-prima und noch weiter zur tertio-prima gestaltet; sie ist das denknothwendige Eine, aus dem. in fortschreitender Determination die Yielheit hervorgeht, wie aus der Einheit die Zahlen hervorgehen2). Wie überhaupt die Materie aller geschöpflichen Dinge eine gemeinsame ist, so ist es im Besonderen dieselbe Materie, die allen körperlichen Substanzen, den himmlischen wie den sublunarischen, zu Grunde liegt. Auch darin folgt Scotus, im Gegensatz zu Thomas von Aquino, der Lehre des Avicebron3). — Im engsten Zusammenhang mit der Lehre vom Wesen der Materie steht die Lehre von dem Princip der Individuation, die ihrerseits wieder auf die Gestaltung der. Engellehre einen entscheidenden Einfluss ausübt. Hatte Thomas als das Princip der Individuation die Materie hingestellt, so kann dies von Scotus schon,aus dem Grunde nicht zugestanden werden, weil die Materie nach ihm. das Allgemeine ist, das erst durch ein Anderes individualisirt werden soll4). Himmt man ferner die Materie als Princip der Individuation an, so könnte es nicht zwei Engel von derselben Art geben, eine Consequenz des thomistisehen Systems5), gegen die schon Wilhelm vonLamarre6) und mit noch grösserer Entschiedenheit Duns Scotus ankämpft 7). — Auffallender Weise geschieht der GabiroPschen Lehre vom Willen, die auf Wilhelm von Auvergne einen so tiefen Eindruck gemacht hatte8), bei Scotus D Ibidem qu. 8, art. 3, 19, pag 51 seq. 2) Ibidem qu. 8, artic. 4, 28. Illud omnino indeterminatum, scilicet materia, non potest esse in genexe snbstantiae nisi unnni, et ita procedunt res a Deo ut numeri ab unitate. Ygl. oben S. 34, Anmerk. 2. 3) Ygl. Guttmann, Das Yerhältniss des Thomas von Aquino S. 27, Anmerk. 1. 4) In Sent. II dist. 3, qu. 5. Tom. YI, pag. 401 seq. ») Thomas Summa theolog. I, qu. 50, artic. 4 u. a. 0. 6) Aegidii Bomani Defensorium seu Correctorium (Venedig 1516), fol. 9. Ygl. Prantl, Geschichte der Logik, III, S. 189, Anmerk. 28, Stöckl, II, 781. ז־) stöckl, II, S« 841. 8) Kevue des Etudes Juives, XVIII, S. 252—53; Guttmann, .Gabirol S. 56.

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