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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 1
Article
Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judenthum
Date
1893-01-01
Page
Seite 35 (sequence 10)
Language
German
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Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judenthum. 35 Aber je näher die geschaffenen Wesen der göttlichen Einheit stehen, desto grösser ist auch ihre Einheit; den geistigen Wesen als den Gott am nächsten stehenden muss daher auch die höchste Einheit zuerkannt werden1). — Die Materie, die allen geschöpfliehen Dingen zu Grunde liegt, ist als eine einheitliche zu betrachten. An dieser Lehre des Avicembron, die zwar von mancher Seite bekämpft worden sei, erklärt Scotus, unbedingt festkalten zu müssen2). Die Argumente, die gegen sie geltend gemacht werden, fallen nach ihm nicht ins Gewicht, weil sie von den späteren Stadien der Materie ausgehen, auf die sie vielleicht zutreffen mögen, während die Lehre von der Einheit der Materie sich auf die erste, universeile Materie bezieht, die noch nicht durch das Eingehen in den Schöpfungsprocess determinirt und ind.ividuali.sirt worden ist 3). Man hat nämlich drei verschiedene Stadien der allem geschaffenen Sein zu Grunde liegenden einheitlichen Materie zu unterscheiden: die materia primo-prima, die materia secundo-prima und die materia tertio-prima. Die materia primo-prima ist die reine, noch durch keine Form determinirte Materie, welche daher auch, jeder geschöpf liehen Einwirkung unzugänglich, nur der göttlichen Schöpferthätigkeit als Substrat dient. Die materia secundo-prima ist die bereits durch eine substanzielle Form und durch die Quantität determinirte Materie, welche dem Process des Entstehens und Vergehens als Substrat zu Grunde liegt und im Enterschied von der primozweiten Tkeii des IMaimonidischen Führers; er nimmt in der Leihe der aristotelischen Propositionen, auf die der Beweis vom Dasein Gottes sich gründe, die 24te Stelle ein. (Munk, Guide des Egares II, S. 21.) Für den Buchtitel: De benedicto Deo weiss ich keine Erklärung, wenn er nicht irrthümlieher Weise aus der Benediction entstanden ist, die Maimonides an die Spitze jedes der drei Bücher stellt. ג) Ibidem num, 25. 2) Ibidem qu. 8, art. 4, S. 51. Quarto inquirenda est unitas materiae, quae, ut videbitur, vario modo accipitur secundum variam rationem primitatis ejus et ideo ille articulus (artic. 3) est singulariter praemissus. Circa quod sciendum, quod Avicembronus in libro Fontis vitae dixit unam in omnibus esse materiam, sed fuit hujus positio ab aliquibus impugnata . . . Ibidem S. 52. Ego aut ein ad positionem Avicembroni redeo et primam partem, scilicet quod in omnibus creatis per se subsistentibus 1am corporalibus quam spiritualibus sit materia, teneo, sicut osfcendi in praecedenfci quaestione. 3) Ibidem S. 55. Ex iis patet responsio ad objecta contra Avicembronum: omnes enim auctoritates contra eum adductae loquuntur de materia secundovel tertioet sic deinceps prima! Cujus ratio est, quia loquuntur de materia, quae subjicitur agentibus creatis, qualis non est materia primo-prima in sua primitate. o

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