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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 1
Article
Das Testament Mardochai Meysels
Date
1892-01-01
Page
Seite 39 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Das Testament ÜVIardoeliai Meysels. 39 Die Zeugenvernehmungen und Acten stücke über diesen JProcess sind in den Prager Stadtbüchern grössten Theils auf•־ bewahrt, und in denselben findet sich auch als Beweisstück, wahrscheinlich von den Meisel’sehen Erben gegen die Gemeinde geführt, eine protocollarische Feststellung des Wortlautes . des Marcus Meisehschen Testamentes, welches werthvolle Document auf diese Weise entrissen wurde und im Nach stehenden zum ersten Male der Oeffentlichkeit übergeben wird. Der verehrte Leser wird es mir jedoch, hoffe ich, Dank wissen, wenn ich zuvor noch nach einem ausführlichen Auszuge aus den im Prager städtischen Archive aufbewahrten Stadtbüchern den Verlauf des Processes zum ersten Male vollständig schildere. Zugleich mit der Ungiltigkeitserklärung des Testamentes wurde durch Urtheil des Prag-Altstädter Magistrates vom 18. September verkündet, dass aus besonderer kaiserlicher Gnade nicht blos alle Meislische Gläubiger bezahlt, sondern auch die Wittwe mit ihrer Morgengabe per 14,000 Schock meissnerischer Groschen befriedigt und dem älteren Neffen Samuel Meisel zwei Nachbarhäuser abgetreten werden sollten. Der Wittwe wurden überdies 6 Schulsitzstellen überlassen. Die Meisel-Synagoge wurde darnach scheinbar Eigenthum der böhmischen Kammer, die später auch wirklich, wie wir sehen werden, die Erträgnisse derselben für sich in Ansprach nahm. Nach dem Hofkammerdecrete vom 7. October 1609 wurde auch das nach Meisel ]unterbliebene, der Kammer anheimgefallene und danach zum Verkaufe bestimmte Häuschen (jetzt Nr. 133/V) einer nahen Verwandten Meiseis aus kaiserlieh er Gnade geschenkt, welche es am 1. Juli 1610 dem Samuel Meisel für 500 Schock üherliess. Trotzdem hiernach die königl. böhmische Kammer die Uebernahme der Meisel’schen Schulden erklärt hatte, wurde später (1613) dem Samuel Meisel die Uebernahme der zwei Häuser aus dem Nachlasse nur gegen Bezahlung von 18,000 El. gestattet, welche Mardochai Meisel den jüdischen Fleischern, Schänkern und Waisen, die

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