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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 1
Article
Das Testament Mardochai Meysels
Date
1892-01-01
Page
Seite 37 (sequence 13)
Language
German
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Das Testament Mardochai Meysels. 37 Geständnisse gebracht hatte, wohin man die übrige Habe gebracht, auch das Andere ans den Verstecken hervorgeholt. Hach einer bei Podebrad mitgetheilten Urkunde aus der Wiener Hofbibliothek wurde an Bargeld confiscirt und an die böhmische Kammer abgeliefert: 5000 Dacaten berechnet mit. 160,000 Gulden 5000 goldene Portugalesen berechnet mit 100,000 15000 Rosenobeln. dto. 61,250 30000 Ruebler-Diicaten (?) . dto. 60,000 10000 Grazer. dto. 20,000 60000 Silberthaler .... dto. * 70,000 dazu bei der ersten Haussuchung weggenommene 45,000 zusammen . . 516,250 Gulden. Man sieht, es lohnte sich der Mühe, mit den Testamentserben in Concurrenz zu treten. G. Wolf hat in seinen ״Kleinen historischen Schriften“1) aus dem Archive des Reichsfinanzministeriums Schriftstücke mitgetheilt, aus welchen wir erfahren, dass die kaiserliche Procuratur im Hamen Rudolphs II. am Montag nach dem Palmsonntage 1601, (also sofort nach durchgeführter Confiscation des Meisel’schen Vermögens) Auftrag erhielt, nach — Rechtsgründen für diese Confiscation zu suchen. Sie wurde nämlich beauftragt, ״alle brieflichen Urkunden oder Majestätsbriefe auf weiland Markus Mardoche Juden lautend mit Pleiss durchzugehen und zu übersehen und daneben auch in allen Artikeln mit der Landesordnung zu vergleichen oder denselben, worinnen zuwider und der kaiserlichen Majestät oder den Inwohnern des Königreichs Böhmen zu Schaden sein, nach Hothdurft berathschlagen und vollends ihrer Majestät über ein jeden in Sonderheit das Gutachten zu Händen der böhmischen Kammer übergeben sollen.“ Die Procuratur verstand natürlich, was von ihr verlangt wurde, und mit einer ganz ungewohnten Raschheit erstattete sie bereits am 5. Mai 1601 das ״einfältige Gutachten“, welches נ) Wien, Alfred Holder 1892.

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