Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Testament Mardochai Meysels
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 11)
- Language
- German
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Das Testament Mardocliai Meysels. י35 und Wohlthäter Mardochai Meisel Dienstag in der Nacht Tom 13. auf den 14. März 1601 (9. Adar seheni 5361) im Alter von 73 Jahren ohne Hinterlassung leiblicher Erben starb. Zwei Wochen vorher am 2. und 3. März 1592 (271 und 28. Adar rischon 5361) hatte er, von einem ihm speciell er״ theilten kaiserlichen Privilegium Gebrauch machend, über sein Yermögen vor dem bekannten Oberrabbiner Lob ben Bezalel mit dem er durch viele Jahre an der Spitze der Gemeinde gestanden, vor dem Juristen — wie die Babbiner damals wegen ihrer richterlichen Amtswirksamkeit Messen — Joachim Brandeis und vor dem Gemeindevorsteher Mayer Epstein letzwillig verfügt. Als Schriftführer fungirte bei diesem wichtigen Acte der geschworene Gemeindeschreiber Kaufmann Levy. Da zu besorgen war, dass bei dem ziemlich der Willkür offenen Zustande der damaligen Justiz, nach dem Tode des kinderlosen Meisel dem Erbantritte seiner Angehörigen Schwierigkeiten gemacht werden würden, hatte er bereits im Jahre 1598 einen kaiserlichen Majestätsbrief erwirkt, in welchem ihm und der ihm am Herzen liegenden Synagoge theilweise schon früher (1591) ertheilte Privilegien!) erneuert und erweitert wurden, und welcher ihm namentlich das Recht über sein... Yermögen rechtskräftig zu testiren einräumt.* 2) ln diesem Majestätsbriefe heist es: Was das eigene Yermögen des Markus Meisel3) betrifft, sowohl das, welches er gegenwärtig besitzt oder noch in. Zukunft erwerben sollte, geruhen Se. Majestät ihm die‘ Gnade zu erweisen, dass er über dasselbe bei voller Gesund״ heit oder auch auf dem Sterbebette letztwillig verfügen dürfe, so zwar, dass es ihm freistehen, soll, wann immer,, sein Vermögen seinen Erben oder, wem ihm sonst beliebt 1) Siehe oben S. 9. 2) In der Zeitschrift ״Lumir^ v. Anton Rybiczka S. 278 u. ff; •im böhmischen Urtexte mitgetheilt. 3) So wird er in böhmischen Urkunden immer genannt und schrieb er sich selbst (Marek Meisel), v 3*