Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Alter der drei Benedictionen von Israel, vom Freien und vom Mann
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 5)
- Language
- German
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18 Die יורדי מרכבה. Anders verhält es sich mit der Analogie des parsischen Gebetes, die James Darmesteter1) herangezogen hat. Wenn in dem Gebete an Orrnazd der Schöpfer unter anderen Segenssprächen dafür gepriesen wird, dass er seine Bekenner zu Iraniern und von der guten Religion, zu Freien und nicht zu Sklaven, za Männern und nicht zu Weibern geschaffen hat, so wird man billiger Weise nicht daran zweifeln können, dass hier eine bewusste Entlehnung and nicht ein zufälliges Zusammentreffen stattgefunden hat. Vielleicht darf man sogar so weit gehen und die Anordnung der Benedictionen als mit der babylonischen Ueberlieferung derselben übereinstimmend betonen. Darmesteter nimmt an, die Entlehnung habe nicht vor R. Acha b. Jakob stattfinden können, da die Benediction für die Erschaffung als Nichtsklave erst von diesem Amora herrührt. .Da es an einem Mittel zur sicheren Datirung des parsischen Gebetes uns gebricht, so mag immerhin die Annähme gelten, die Entlehnung habe in dem an einem Wechselseitigen Geben und Nehmen zwischen den Religionen des Judenthums und des Mazdeismus auch sonst reichen vierten Jahrhundert stattgefunden. Sie könnte aber immerhin fülier erfolgt sein, wenn der Schluss, den ich aus Paulus Epistel an die Galater abgeleitet habe, nicht der Richtigkeit entbehrt. Budapest, 26. April 92. Die יורדי מרכבה, die Mystiker der Gaonenzeit, und ihr Einfluss auf die Liturgie. Von Dr. Philipp Bloch in Posen. In der ältesten Gebetordnung, welche die Autorität der Gaonen für sich hat, dem ,,Seder Rabh Amrain Gaonu, befindet sich der Wortlaut eines ־ברכוGebetes, das für die Einzelanclacht bestimmt, wie eine Art Lektüre beginnt und schliesslich in 1) Une Friere Judeo-Persane. Paris, Cerf 1891. P. 9 ist zu berichtigen, dass R. Meir Menachoth f. 43b nur eine durch die vorangehende Erwähnung dieses Namens veranlasst© falsche Leseart für R. Jehuda ist, und dass dieser nicht der Mischnaredacteur, sondern R. Jehuda bar Hai war.