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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 1
Article
Das Alter der drei Benedictionen von Israel, vom Freien und vom Mann
Date
1892-01-01
Page
Seite 16 (sequence 3)
Language
German
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16 Das Alter der drei Benedictionen. .schlecht so scharf betont. Ich will nicht zu viel aus diesem Worte schliessen, sonst könnte ich mich ■versucht fühlen,; auf das merkwürdige Zusammentreffen hinzuweisen, dass auch im jerusalemischen Talmud in Berachoth a. a. 0. in dem Aus- Spruche R. Jehuda bar Ilai’s die Erwähnung der Weiber an dritter und nicht wie in der Tosifta und in bab. Menachoth f. 43 b an zweiter Stelle erfolgt. Von einer Unterscheidung nach Wissenden und Unwissenden ist hier keine Rede, es muss demnach in der Gebetstelle, auf die angespielt wird, auch nur von Freien und Sklaven die Rede gewesen sein, ganz wie es angeblich erst seit R. Acha b. Jakob dem Baby- Ionier geschah. Mit dem Nachweise des Alters der drei Benedictionen dürfte aber auch ihre Authentie, d. h. ihr jüdischer Ursprung entschieden und die Vermuthung einer Entlehnung derselben entkräftet sein. Joel1) war es, der sich durch die auf den ersten Blick allerdings frappirende Aehnlichkeit der im Alterthum bereits dem Plato in den Mund gelegten drei Segens- Sprüche zu der Annahme des griechischen Ursprunges derselben innerhalb des jüdischen Ritus verleiten liess. Eine nähere Prüfung der Anekdote, denn mehr als eine solche ist es nicht, zeigt die Unhaltbarkeit dieser Annahme. Die Meinung über die Frau, die in diesen Segenssprüchen sich ausspricht, sagt Joel, ist daher nicht jüdisch, sondern griechisch. Hätte er aber die Stelle, von der er sagt, dass er sie augenblicklich nicht finden könne, und zwar Plutarch am Schlüsse seiner Biographie des Marius eingesehen, so würde er gefunden haben, dass gerade hier die Benediction darüber, dass er kein Weib gewesen, weggelassen ist. Plutarch, der die Anekdote von Plato wohl zuerst in der alten Litteratur überliefert, lässt diesen, als er sein Lebensende nahen fühlte, das Schicksal dafür preisen, dass er erstens als Mensch, nicht als Vernunftloses Thier, dann dass er ״als Grieche, nicht als Barbar auf die Welt gekommen und dass er überdies zur Zeit des Sokrates gelebt habe. Von allem Charakteristischen der drei jüdischen Benedictionen fehlt hier so gut wie Alles. Allerdings berichtet Diogenes2) von Laerte I, 1,7: f/Ep[j1m7uos 6’ev T0t£ ßtot? eig toötov .ocvaepepec zb Xe'föjjt.evpy h7zb - tlvcov 7cepl Xcoxpatoix; * e^aay-e yap, cpTjal,. xpuöv xooxow evexa x^P־׳v ^Xecv rQ ב) Blicke in die Beligionsgeschichte I, 119. 2) Ich verdanke den Hinweis auf diese Stelle Herrn Prof. Dr. Theodor Gomperz in Wien.

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