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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 1
Article
Das Alter der drei Benedictionen von Israel, vom Freien und vom Mann
Date
1892-01-01
Page
Seite 15 (sequence 2)
Language
German
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Bas Alter der drei Benedictionen. 15 diese vielmehr a־uf die Männer der grossen Versammlung zurückgehen, d. h. bereits während des Bestandes des zweiten Tempels üblich waren1). Juda bar llai ist darum nicht der Urheber der drei fraglichen Benedictionen, er giebt nur den Grund dafür an, warum diese zu einer Institution, die längst vor ihm allgemein ־war, erhoben wurden» Vielleicht darf man sogar annehmen, dass die ursprüngliche Fassung der zweiten Benediction so gelautet hat, wie R. Acha b. Jakob es seinem Sohne vorgeschrieben hat, und dass die Zeit R. Juda bar Ilai’s oder seines Lehrers Akiba mit Rücksicht auf den Verfall des Landvolkes Gott dafür zu preisen einführte, dass er uns nicht zu Unwissenden, d. h. zu Gliedern dieses verdammten und religionsgesetzlieh nicht für voll geltenden Landvolkes, gemacht hat. In Babylonien uncl nach so viel Generationen mag die Abänderung ihren Sinn verloren und R. Acha b. Jakob nur die Herstellung der ursprünglichen Fassung gefordert haben. Auch beweist die Uebergehung dieser Gruppe in der Reihe der übrigen Benedictionen im babylonischen Talmud nicht etwa, wogegen schon der Sohn R. Acha’s spricht, dass sie dort etwa nicht üblich gewesen, sondern höchstens so viel, dass die Stelle, an der sie im täglichen Gebete gesprochen wurden, nicht in dieser Reihe, sondern etwa vor oder nach ihr sich befunden haben dürfte. Eine Unterstützung dieser Annahmen, ganz besonders aber dafür, dass diese drei Benedictionen allgemein, und von altersher dem Ritus des täglichen Gebetes angehören, möchte ich einem Worte des Paulus in seiner Epistel an die Galater III 192) entlehnen. Hier heisst es: 00?v 8u 3Icdcgüos coSe TEXX7]v, G0>t i\ 1 coöXos G1)0e ^Xeufrepo^ obx s\ t apasv zal fHjAo arcavrsc;!ap 5[j1£l<; £V ecjt£ ev Xpicrccp T7]aoö. Es giebt nicht weiter Juden und Griechen, nicht Sklaven uncl Freie, nicht Männer und Weiher, sondern ihr alle seid Eins in Jesus Christus. Das ist, wenn eine Anspielung überhaupt mit Sicherheit gedeutet werden kann, ein offenbarer Hinweis auf die allbekannte Stelle im jüdischen Gebete, die eben ganz im Gegensatz zu der alle Unterschiede aufhebenden Gemeinschaft alles Geschaffenen in Christus die durch ihn überwundene Scheidung nach Nationalität, Stand und Ge- 1) M. Bloch שערי חורת התקנות II 9 f. 2) Ueber die Auslegung, die dieses Wort im zweiten Clemensbrief und in! Egypfcerevangelium gefunden hat, s. Alfred Resch in Luthardts Zeitschrift für kirchliche Wissenschaft 1888 p. 238 ff.

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