Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Auslegung und der historische Hintergrund der Weissagung in Jesaia Kap. 24-27
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Die Auslegung und der historische Hintergrund der Diese Gedankenfolge ist doch eigentlich recht einfach. In! Eingang wird eine allgemeine Zerrüttung und Auflösung auf der ganzen Erde und in Folge dessen eine allgemeine Traurig, k keit verkündet, welche Gott in Folge der allgemeinen schweren l Sündhaftigkeit herbeiführen würde (24, l—13; 17—22). Nur > die Uebriggebliebenen und das gerechte Volk werden jauchzen! < (24,14—16). Selbst der Mond und die Sonne werden beschämt > sein, Gott werde herrschen und zwar auf dem Berge Zion in l Jerusalem (Kap. 24). Dann wird in Juda ein Danklied ertönen, i daß Gott durch die Demüthigung der Peiniger und besonders ( einer mächtigen Stadt und die Erstarkung der Nie. j > drigen und Armen seines Volkes Wunder gethan (25, 1 — 5). j < Weiter wird ausgeführt, daß Gott auf diesem B e r g e für die! Völker ein Giftmahl bereiten werde, an dem fie umkommen wür«! I den; dann werden die Thränen des Gottesoolkes trocknen und die { Schmach von ihm weichen, und es werde sich der göttlichen Hilfe erj 1 freuen (25,6—9). Um aber diese göttliche Hilfe recht augenscheinlich ' zu machen, sind die festen Mauern (der Stadt Jerusalem) in den ' Staub zerfallen, und das gerechte Volk werde grade deswegen ein Danklied singen und bekennen, daß es durch Gottvertrauen! der Mauern entrathen könne (25,1; 26, 4), und daß die Bewohner des Erdkreises durch das schwere Strafgericht Gerechtigkeit lernen werden, welche bisher Gottes Macht verkannl haben (26,4—12). An dieses Danklied, das dem Volke in den Mund gelegt wird, schließen sich an ein Gebet und eine Klage über das Elend der Gegenwart, (26,12—18) wie in einigen Psalmen das Danklied in Gebet und Klage übergeht (Ps. 9; 138, auch Jesaia 63, 7—64, I I). Dank und Klage sind selbstverständlich nur fingirt, und lediglich als eine rhetorische Wendung gebraucht. Auf diese Klage fällt der Prophet mit seiner Hoffnung erweckenden Weissagung ein (26,19—21,27,1). Wann diese Verheißung eingetroffen sein werde, werde wieder