Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Auslegung und der historische Hintergrund der Weissagung in Jesaia Kap. 24-27
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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3 W eissagung in Jesaia Kap. 24—27. A gegangen. Er setzt es in die Zeit, als Kambyses seinen ägyptischen?Feldzug vorbereitete (Propheten 111 2 S. 164), d. h. in das E erste Jahrzehnt nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil, f etwa von einem Zeitgenoffen Chaggai's und Zacharia's stammend. /'Allein diese chronologische Bestimmung ist vollständig unhaltbar, i Tenn abgesehen, daß auch nicht ein einziges Wort in den 69 Ver° Isen auf den babylonischen Exodus hinweist, von dem doch das Eemüth des Volkes und noch mehr das der Propheten voll war, abgesehen davon, ist ja deutlich genug das Vorhandensein des 1 götzendienerischen Cultus, die Zugethanheit des Volkes zu den! Nscherim und Chammanim gegeben (27, d), gerade so wie in der - echten Jesaianischen Weissagung (16,8). Wenn etwas unerschütterlich gewiß ist, so ist es die Thatsache, daß mit der Rückkehr aus dem Exils die Jdolaterie völlig im judäischen Volke aufgehört j hat. Die nachexilischen Propheten: Chaggai, Zacharia, Malachi, j Jona, streifen auch nicht mit einem Worte an den Götzencultus \ an. Auch der Bestand Assyriens wird vorausgesetzt (27,12—13). j Vorausgesetzt wird ferner die Macht Aegyptens (das.), welches ־ och zur Perserzeit keine Selbständigkeit hatte, sondern von perj stfchen Satrapen beherrscht war. Noch weniger haltbar ist die - Annahme, daß es der Exilszeit angehört, in welche Zeit es dis f meisten Erklärer setzen, da doch darin das Strafgericht lediglich - angedroht wird, und noch nicht eingetroffen ist. Auch in einem andern Punkte ist Ewalds Auslegung dieses k! Stückes gründlich verfehlt. Weil er den Gedankenzusammenhang nicht erfaßt hat, zerstückelt er nach seiner Manier die Glieder, Z d^locirt Kap. 25, 6—12 an Kap. 24, 23, läßt dann Kap. 25,15!folgen und reiht daran an Kap. 26. Solche Dislocationen -sind nur gerechtfertigt» wenn sonst ein Gedankenzusammenhang |in der Reihenfolge der Verse sich schlechterdings nicht finden /läßt.' In diesem Stücke ist der Zusammenhang aber so augenfällig, E daß nur eineschwache Sehkraft ihn übersehen kann.