Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Auslegung und der historische Hintergrund der Weissagung in Jesaia Kap. 24-27
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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HM i*/■• A4• 6׳/c׳ fi^7 ä ' ״ XDie Auslegung uttb der historische Hintergrund der ׳verständlichen Weissagungen des ersten Jesaia, obwohl sie historische Fingerzeige bieten, die angedeutete geschichtliche Lage mit der so weit bekannten Geschichte der Assyrier und Aegypter in Einklang zu bringen oder festzustellen, ob sie sich auf die Invasion des einen oder des andern assyrischen Eroberers beziehen. Um wie viel dunkler und vieldeutiger sind diejenigen Partieen, wobei eine solche historische Beziehung und Andeutung völlig fehlt. Daher die weitgehende Divergenz bezüglich der Auslegung und der Fixirung der historischen Lage in den Stücken Zacharia von Kap. 9 bis Ende und in Hosea von Kap. 4 bis Ende. Auch in Jesaia giebt es eine solche Partie, wobei jede historische Andeutung fehlt. Sie ist noch dazu außerordentlich dunkel und fast räthselhast gehalten, nämlich das zusammenhängende Stück Kap. 24—27. Daß es nicht Jesaianisch ist, erkennt man oder sollte man auf den ersten Blick erkennen. Es fehlt der den Jesaianischen Reden eigene Schwung, die seinem Style eigene Glätte und Flüssigkeit, es fehlt der Faden, welcher bei Jesaia die einzelnen Glieder der Rede zu einem Ganzen verbindet. Die Construction ist schwerfällig und hart. Daher nehmen diejenigen, welche nicht von dogmatischer Befangenheit eingenommen sind — daß Alles, was in dem Buche Jesaia enthaltenen ist, diesem Propheten anqehören müsse — mit Recht an, daß diese Partie unecht ist. Welcher Zeit gehörten diese vier Kapitel an? Eine Andeutung für die Zeitbestimmung wie in Kap. 13—14 (V. 1—29) und wie in Kap. 21 (V. 1—16), welche deutlich von Babel und dem babylonischen Exile sprechen, liegt der diesen nicht vor. Nichts destoweniger ist vielfach versucht worden, die Zeitlage annährend zu bestimmen. Ewald, welcher trotz seiner großen Fehler in oer Auslegung der Propheten, doch in der Exegese und der historischen Verwendbarkeit und Verwerthunq derselben einen Fortschritt angebahnt hat, ist bezüglich der chronologischen Einreihung dieses Stückes fehl Y^m J fVcr - ׳.- .׳ ■*jYcb: J