Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 1
Article
Historische und topographische Streifzüge
Date
1885-01-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829598-2829600-2844775--22672-2844810
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Historische und topographische Streifzüge. 25 später» Abschreibern zur Last, da iu dein Talmudcodex, den Nascht vor sich hatte, noch ר״ג zu lesen mar '). Ehe wir auf den Inhalt der Controverse zwischen diesem Patriarchen und dent Hegemon entgehen, muß etwas über den Letzter!! vorausgcschickt werden. Der Legat Claudius Atticus war, >vie gesagt, der Vater des später wegen seiner Beredtsamkeit, seinet־ Kenntnisse und seines Reichthums berühmten H e r o d e s Atticus und Mark Aurels Lehrer in der Beredtsamkeit. Vater nud Sohn stantmten aus Marathon und waren echte Athener. Der Vater Claudius Atticus, dem der Kaiser Narva den Schatz überlassen hatte, den er in seiitem Hause gefunden hatte, war gewiß niuseisch gebildet, er hatte doch dem Sohn eine sorgfältige universelle Bildung geben lasten. Ohnehin versteht es sich von selbst, daß ein Athener von vornehmem Staude damals Literaturkundig war. Nun gehörten die Schriften über Judenthum in griechischer Sprache bereits zu der gelesenen Literatur. Tacitus und Svetou hatten entschieden Josephus' Bücher über den jüdischen Krieg gelesen, und auch die griechische Ueberjetzung der Bibel war Gegenstand der Lektüre für gebildete Griechen und Römer. Spottete oder beklagte sich doch der Satiriker Juvenal darüber, daß die römische Jugend das Gesetz Moses, d. h. den Pentateuch zu leseir pflegte: Judaicum ediscunt . . . jus, tradidit arcana quodcumque Yolumine Moyses (Satira XIY 161—2). Wenn auch nicht den ganzen Pentateuch, so waren doch mindestens Genesis und Exodus Gegenstand der Lektüre für gebildete Heiden, wie z. B. für Celsus. Ein Statthalter Judäas, welcher die mit dem Religiösen engverknüpfte politische Stimmung und Gährung zu beobachten hatte, nmßte sich besonders angelegen sein lasten, das Schriftthum der ') Möglich, daß auch die Unterredung mit N' Gamaliel Midrasch Levit- 12 p. 245 a) וי אחד שאל אח ר׳ גמליאל מפני מה נגלה הקכ׳ה למשה מחוך הסנה derselbe Hegemon war.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.