Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Frau des Turnus Rufus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 5)
- Language
- German
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Notizen. 40 ימן אשתו של טורנוס תפוס, und noch märchenhafter die Veranlassung, wodurch sie ganz und gar zum Judenthum übergetreten sei, wie sie in einer nachtalmudischen Sage erzählt wird (Commentatoren z. St.). Aber so wie der Sage, daß R' Akiba durch Ketia bar Schalom, d. h. durch Flavins Clemens, reich geworden sei, ein Körnchen geschichtlicher Wirklichkeit zu Grunde liegt, daß dieser Verwandte der Kaiser Titus und Domitians Sympathie für das Judenthum empfand, ebenso liegt dieser Sage das Thatsächliche zu Grunde, daß Nufus' Frau eine gewisse Neigung zum Judenthum gehabt haben muß. R' Akiba wurde nämlich von den spätern Geschlechtern als der würdigste Repräsentant des Judenthums angesehen, der das Höchste der Gesetzessrömmigkeit und der Gesetzeskunde erreicht babe, und eine Gunstbezeugung, die ihm erwiesen wurde, galt so viel wie dem Judenthume erwiesen und umgekehrt. Wenn nun erzählt wird, Rufus' Frau und Ketia, d. h. Clemens haben Akiba reiche Geschenke hinterlassen, so bedeutet dies in der Sprache der Agada : sie seien Proselyten geworden. — Verwunderlich wäre es nicht, daß sie Bewunderung für das Judenthum durch den Todesmuth seiner Bekenner empfunden hat. In ihrer Nähe ist R' Akiba und die übrigeu Märtyrer dieser Zeit dem Tode geweiht worden, un^ sie starben sämmtlich mit dem Bekenntniß des Judenthums auf den verstummenden Lippen. Hingebende Märtyrer pflegen Vekehrungeu zu erwecken. Ohnehin ist die Matrona, bei welcher die römischen Vornehmen in Cäsarea zu verkehren pflegten, als Frau des Höchstgestellten, also des Procurators erkennbar, und wenn sie einen guten Rath ertheilt hat, so muß sie irgend wie für das Judenthum gewonnen gewesen sein. War Rufus' Frau eine Proselytin, oder hatte sie auch nur Zu- Neigung zu dem, Judenthume oder Mitleid mit den Juden empfunden, so ist die ganze Erzählung von der Veranlassung des Gedenktages des 28 t. Adar durchaus historisch erklärlich. Juda b. Schamua'