Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Stellung der deutschen Juden innerhalb der gesammten Judenheit
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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innerhalb der gesammten Judenheit. 7 theilweisen Rückwanderung aus Polen auch ihre Sprache unschön; aber felsenfest war ihr innerstes Gottvertrauen, edelmüthig blieb ihr Sinn. Ich muß mirs heute versagen, auf die innere geistige Ent- Wickelung der deutschen Judenheit näher einzugehen, da ich vielmehr ihre Stellung innerhalb der gesammten Judenheit zu zeichnen Habs. Kaum kann ich mehr, als wenige Namen von Meistern nennen, die entweder in Deutschland gelernt oder gelehrt, die aber nicht allein Leuchten für Deutschland geblieben sind, sondern Leuchten des Exiles wurden; allen voran R. Gsrson b. Jehuda aus Metz in Mainz, an dessen eyerechtlichen Einrichtungen — ich hebe hier besonders seine feierliche Verpflichtung zur Monogamie hervor — die gesammte abendländische Judenheit schon seit nahezu neun Jahrhunderten unerschüttert festhält; R. Salomo b. Jizchak (רש״י) (1040—1105), seiner Geburt und Wirksamkeit nach zwar Frankreich, aber seiner Ausbildung nach dem rheinischen rsog. lothringischen) Kreise zugehörig, den unübertrefflichen Meister, das Vorbild und Muster aller Commentatoren; Rabbi Meir b. Baruch halewi aus Rothenburg a. d. Tauber, den Zeitgenossen Rudolfs von Habsburg, dessen Schicksale es wohl verdienen würden, einmal besonders erzählt zu werden, der uns aber heute nur wegen der 1287 in alle Lande entsandten Rechtsgutachten interessirt, die auf seinen Namen uns bekannt geworden sind;R. Ascher b. Jechiel, Vater des Verfassers der 4 Turim, der zu Beginn des 14. Jahrhunderts aus Deutschland nach Spanien wandert, und, ein gefeierter Meister im Talmud, in der großen Gemeinde Toledo mit dem Rabbineramte betraut wird; R. Meir halewi aus Wien, der nach den furchtbaren Verheerungen, welche die fünfzig Jahre zwischen dem Auftreten Rindfleisch's und den Verfolgungen an» läßlich des schwarzen Todes augerichtet hatten (1298—1349),