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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 1
Article
Über die Stellung der deutschen Juden innerhalb der gesammten Judenheit
Date
1884-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 lieber die Stellung der deutschen Juden moralischen Kraft, wie der Werthschätzung der Anderen, so auch unseres eigenen Bewußtseins. Heinrich Heine, der äußerlich ebenso zerfallen schien mit seinem deutschen Vaterlande, wie mit seiner mütterlichen Religion, der aber in Wirklichkeit innerlich von beiden niemals sich völlig loszulösen vermochte, Heine, ein doppelt classischer Zeuge, wenn er in einer Regung besonderer Innerlichkeit Deutschthum und Judenthum anerkennt und verherrlicht, spricht einmal die bedeutsame Wahrnehmung aus: ״Es ist in der That auffallend, welche innige Wahlver- ״wandtschaft zwischen den beiden Völkern der Sittlichkeit, ״den Juden und Germanen besteht. Diese Wahlverwandt- ״schaft entstand nicht auf historischem Wege . . .,sie hat ״einen tieferen Grund und beide Völker sind sich ursprüng- ״lich . . . ähnlich Heine ahnte wohl kaum, wie geschichtlich wahr und zutreffend sein Satz von der innigen Wahlverwandtschaft, von der ursprünglich inneren Aehnlichkeit der Juden und Germanen sei. M. Güdemann's vor drei Jahren erschienenes aufschlußreiches Buch ״über die Geschichte des Erziehungswesens und der Cultur bei den Juden in Frankreich und Deutschland" weist an der Hand schlagender Parallelen zwischen zeitgenössischen jüdischen und christlichen Autoren des deutschen Mittelalters, sowie an einer merkwürdigen llebereinstimmung auffälliger Erscheinungen in beiden Glaubenslagern überzeugend nach, ״daß ') In ״Shakespeare'» Mädchen und Frauen", Artikel ״Jessika" Heinrich Heines sämmtliche Werke 12. Bd. S. 170 (Hamburg 1876).

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