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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 1
Article
Karäische Studien
Date
1882-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Karäische Studien. der, auch Babylonien nicht, war dazu ausersehen, über die Zukunft der Form des Judenthuins zu entscheiden. Dazu war die iberische Halbinsel, der westlichste Punkt der damaligen Cultur, bestimmt. Spanien sollte zum Theile selbst das geistige Schlacht- , selb, zum Theile nur das Geburtsland werden der rabbanitischen Kämpfer, die den Sieg erkämpften. Eigentlich gab es lebhafte literarische Zweikämpfe nur zu Saadia's Zeit. Was die Geoniin vor ihin in schwer zu verantwortender Weise ganz und gar vernachlässigt hatten, mußte er, der aus der Fremde Geholte, mit Mißtrauen oder Mißgunst Aufgenommene, allein unternehmen: den Kampf gegen den durch die Unfähigkeit oder Unthätigkeit der früheren Geonim recht sehr erstarkten Karäisnms. Etnss Menschen Kraft aber, und sei es selbst die eines so begabten und gewandten Streiters, wie Saadia einer war, konnte nicht zur völligen Ueberwindung des Gegners ausreichen. Ueberdies hatte Saadia in der Hitze und Eile des Gefechts sich und der von ihm vertretenen Sache einige Blößen gegeben, welche von den ihn überlebenden Gegnern bald entdeckt und bis zum Ueberdruß ausgebeutet wurden, so daß gerade von wohlmeinendster rabbanitischer Seite, wie z. B. R. Hai Gaon, manche Aeußerung Saadia's berichtigt werden mußte. Allein der eine Saadia schon hatte den Karäern so viel zu schaffen gemacht, daß ein großer Theil der kar. Literatur nach Saadia nichts weiter ist, als der immer wieder von Neuem aufgenommene Kampf mit dem ״todten Löwen". Saiuuel b. Chofni und Hai setzten später, freilich nicht so energisch und umfassend mehr, die Thätigkeit Saadia's fort. Mittlerweile jedoch hatte der Karäismus die . größten Anstrengungen gemacht, Proselyten zu gewinnen. Was seinen Meistern an Talenten gebrach, das ersetzten sie durch einen Ueberschuß an Fanatismus. Ihr Eifer uud ihre Rührigkeit konnte nicht völlig erfolglos sein. So sehen wir sie in Spanien selbst gegen Ende des eilften Jahrhunderts so betriebsam und

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