Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1881)
- Article
- Tosefta-Varianten
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Tosefta-Varianten. ■M gezwungen im Codex davon zurückznkommen, weil eS ein Wider» sprach ist, wenn Chaliza des pp nach den Chachamim null und nichtig sei, und dennoch ein גט von ihm gegeben, irgend welche Kraft haben solle, er ist ja kein רעת p. Aber warum soll טאמר des קטן eine Wirkung haben, da doch auch dazu רעה nöthig ist, vgl. auch Beth Samuel Eben Haeser § I7ü 2111111. 12 כאמון לא מציגו שום טעם למה מאמר של קטן מהני. Mit anderen Worten, der 2luSgleieh des Talmud erweist sich als unhaltbar. Welches ist aber das Verhältnis; von Tosefta, Boraita und M i sch n a, wenn sie von einander disseriren '< Ich behaupte, das Verhält» ui st ist solgendes : In Tosefta haben wir die authentische valästiuensische Hatacha; in Folge babylonischer Interpretationsknnst oder vermeintlicher Gedant'enconseguenz sind jene Borailas als erschlossen entstanden, also nicht authentisch und die Mischna ist das abgelagerte Resultat dieser Gedankeuoperation. Man kann sich nicht so leicht zu meiner These verstehen, weil man einen Horror hat vor dem Borwurfe, der Fälschung. Doch das ist-keine Fälschung, wenn man in Folge consegnent gehaltener Schlüsse einen anderen behaupten läßt, was er aus vermeintlicher Consegnenz der Gedanken behaupten mußte. Ich möchte, wie man von einer Logik der Thatsachen spricht, so von einer Interpretation der Thatsachen reden. Ohne jede Handhabe, die Halacha zu ändern, machte sich doch in Babylonien eine Veranderung in den Verhältnissen und Ideen geltend. Von dem Glauben ausgehend, die Halacha sei unwandelbar, konnte inan die thatsächlich eingetretene Wandluirg durch Selbsttäuschung verbergen, indem man die eigenen Gedanken in die alten Bestim« mungen hineindentele, mit anderen Worten, sich über Logik und Grammatik hinwegsetzte. Das ist nicht nur charakteristisch für den Talmud, wir finden Analogien auf anderen Gebieten. Ich citire eine hierüber belehrende Stelle des Nechtsgelehrten Keller,