Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1881)
- Article
- Spuren des deuterojesaianischen Ideenganges in der zeitgenössischen und späteren Literatur
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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in der zeitgenössischen und späteren Literatur. ' 7 wen haben. Gott zeige sich in diesem Vorgänge hoch über alle Völker, Er hat die Niedrigen erhöht. Am entschiedensten spricht dafür der Schluß: מושיבי עקרח הכיח אם המים שמחה, der mißverstanden wurde, weil die Anspielung nicht erkannt worden ist. Diese Anspielung bezieht sich nämlich auf Delttero-Jesaia (54, 1—3; 49,21). Dieser Prophet stellt Zion unter dem Bilde einer Unfruchtbaren dar (רגי עקרה לא ילרה), die mit einem Male eine große Schaar non Kindern um sich sieht, zuerst erstaunt darüber ist und zuletzt in Mutterseligkeit schwelgt. Von dieser Unfntchtbaren spricht auch der Psalm: ״Gott setzte ein die Unfruchtbare in die Heimath als fröhliche Mutter der Kinder." Gerade das Auffällige in diesem V., daß המים determinirt ist, was beit Exegeten incorrekt erschien, ist recht prägnant. ״Die Kinder", das ist das Volk, und die Muttergewordene Unfruchtbare ist Zion. Grammatisch kann עקרה ebenso gut absolut sein wie גברח, und הכיח bedeutet auch ״die Heimath" Jesaia 14,17 אסיריו לא פחח כיחה, ein elliptischer Ausdruck : die Gefesselten hat er nicht befreit, nicht in die Hei« math entlassen. Aehnlich auch Ps. <;8 מושיב יחידים כימה. Der Psalmist (113) hat geradezu das Deutero-Iesaianische schöne Bild angewendet und damit ausgedrückt, daß dasjenige, was dieser Prophet verheißen, sich thatsächlich erfüllt hat. Die Un« fruchtbare ist eine fröhliche Mntter der Kinder geworden. Hier ist die Abhängigkeit von Deutero-Jesaia unwiderleglich. Ps. 37,22!כי מברכיו יירשו ארץ ומקלליו יברח ist ebenfalls ein Vers, der ohne Zuhilfenahme einer Parallele von Deutero-Jesaia nicht recht verständlich ist. Was soll es denn bedeuten, die von Gott Gesegneten werden das Heimathland (denn das bedeutet durchaus ארץ, so oft es mit dem Verbum ירש oder!שב verbunden wird) in Besitz nehmen und die von ihm Verfluchten werden davon entriffen werden? Wer sind die Gesegneten und wer die Verfluchten? Durch Vergleichung mit einer Schilderung in Den-