Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1881)
- Article
- Spuren des deuterojesaianischen Ideenganges in der zeitgenössischen und späteren Literatur
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Spuren des deuterojcsaianischen JdccngangeS Zeit Großes gethan, daß er sich als König für die ganze Erde bewahrt habe. Die Thatsache, von dein dieser Hymnus den Ausgangspunkt nimmt, ist, daß Gott seine Gnade und Treue seinem Volke neuerdings bewahrt hat, und daß alle Grenzen der Erde die Hilfe Gottes für dieses Volk mit angesehen haben (Nd, 3). Darob freut sich Zion und die Tochterstädte Judas jauchzen, und endlich, daß alte Götzenaubeler durch diese Thalsache beschämt worden sind (!>7,1;—ה. Mit einen! Worte, diese Psalmengruppe oder dieses Hymnus beäugt in hymnischem Schwünge die Thalsache der E r l ö s u n g d e s Volkes aus dem babylonischen E x i l e und seiner N ü ck k e h r i n die Heimath. War es nicht in der Thal ein gewaltiges, ein stannenSivertheS Ereiguiß, ein geschiclulicheS Wunder, nicht minder bedeutend als die Befreiung ans Aegypten? Eine Handvoll Gefangener, seit einem halben Jahrhundert in ein srenrdes yand verpflanzt, von seinen Herrschern mit Verachtung behandelt, grüßtentheils sich selbst entfremdet, abgestorben für die große Vergangenheit und die Verheißung der noch glänzenderen Zukunst, erhält mit einem Male von dem Sieger Cyrus die Freiheit, das Land der Ehaldäer, ״den eisernen Schmelzofen" zu verlassen, in der Heimath sich anzusiedeln, und ein eigenes Gemeinwesen nach eigenen Gesetzen zu begründen. Nicht minder groß ist die Umwaudelung im Innern der zurückkehcenden Exulauten. Die Götzendiener von gestern werden treue Anhänger des Gottes Israels, der nicht!»ehr iu körperlicher Gestalt angebetet ivird, sondern so recht in Geist und in Wahrheit. Der reine Monotheismus, bis dahin nur von Wenigen richtig erfaßt, wird Gemeingut eines Volkes, das sich der götzendienerischen Thorheit von ehemals schämt und sie mit Zerknirschung nicht genug bereuen kann. Zur Erhöhung dieses bedeutsamen Vorganges trug nicht wenig dazu bei, daß mehrere Propheten und ganz besonders Deutero-Jesaia im Voraus die äußere Erlösung