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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-01-01 · Heft 1 (Januar 1880) · p. Seite 30

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 1 (Januar 1880)
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1880-01-01
Page
Seite 30 (sequence 7)
Language
German
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30 Dir Fabel in Talmud und Midrasch. Die Aehnlichkeit zwischen der Fabel des Rabbi Akiba und dem ersten Theile, vom Kranich und den Fischeu, in unserer indischen Fabel ist so auffallend, daß es wohl nicht ungerechtsertigt erscheint, wenn wir sie nicht als zufällig ansehen, sondern zu ihrer Erklärung ein Abhängigkeitsverhältniß subsumiren'). Bei den vielen und weilen Reisen, die Rabbi Akiba gemacht hat, ist ihm — vielleicht durch Araber während seines Aufenthaltes in Arabien — wie so vieles Andere, auch diese indische Fabel entweder schon modificirt bekannt geworben oder rnodificirte e r sie zu seinen! Zwecke und ließ die Fische im Wasser bleiben. Besonders, da Rabbi Akiba'S Reisen auch einen politischen staatsumwülzenden Zweck hatten, so mag er an diesem indischen Fürstenspiegel besondres Wohlgefallen gefanden und Manches daraus entlehnt und auf die heimischen Verhältnisse angewendet haben. Daß er den indischen Kranich in einen Fuchs »!»wandelte, ist bei der Beliebtheit dieses Thieres bei den jüdischen Fabeldichtern ganz natürlich. Vielleicht liegt auch darin, mit Bezug auf Klaget. 5, >8: ששמם p’s! על הר שועלים הלכו מ, eine versteckte Anspielung auf das ihm so verhaßte Rom, das den zweiten Tempel und den jüdischen Staat zerstörte, den er ja Helsen wollte wieder ausrichten. Aus de»! dritten Fahrhundert haben sich uns mehrere Fabeln erhalten, die hier auseinander folgen. Erstens: tet: ״Als die Gottheit, die aus dem Varanabaum wohnte, dieses manderbare Ereigniß sah. gab sie ihren Beifall zu erkennen und sprach, indem sie den Wald ertönen machte, mit lieblicher Stimme folgende Strophe: ״Nicht immerdar geht eS dem Betrüger durch seinen Betrug gut: möge es dem Betrüger so gehen, wie dem Kranich durch den Krebs." ') Ein umgekehrtes Abhängigkeitsverhältniß zwischen einer indischen Sentenz im Hitopadesa und Mischle 30. 15—16, will Grab, G. d. Israel. I S. 348 m der Anmerkung annehmen. Dort ist, wie Grätz meint, die viel ältere hebräische Sentenz durch Araber oder gar Juden den Juden bekannt geworden und von ihnen modificirt morde«.

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