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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-01-01 · Heft 1 (Januar 1880) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 1 (Januar 1880)
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1880-01-01
Page
Seite 29 (sequence 6)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 2f> alle fressen." ״Ich werde euch, wenn ihr mir vertraut, nicht fressen. Wenn ihr mir jedoch das Vorhandensein des Teiches nicht glaubt, so schicket einen Fisch mit nur. um den Teich in Augenschein zu nehmen." Die Fische glaubten ihm und gaben ihm einen einäugigen grossen Fisch mit, indem sie dachten: der kann sowohl im Wasser wie auf dem Trockenen leben. ״Diesen nimm und geh'." Er nahm ihn, führte ihn weg, lieh ihn in den Teich herab, zeigte ihm den ganzen Teich, führte ihn wieder zurück und lieh ihn bei den Fischen los. Jener schilderte den Fischen die Schönheit des Teiches. Diese bekamen, als sie seine Erzählung gehört hatten, Lust zu gehen und sagten: ״Gut, o Herr; nimm uns mit und gehe dorthin." Der Kranich nahm zuerst den einäugigen großen Fisch, führte ihn nach dem Ufer des Teiches, zeigte ihm den Teich, lieh sich aus einem am Ufer des Teiches gewachsenen Baranabaum nieder, legte den Fisch zwischen die Zweige, durchbohrte ihn mit dem Schnabel, tödtete ihn, fraß sein Fleisch, warf die Gräten an die Wurzel des Baumes, ging zurück und sagte: ״Dieser Fisch ist von mir ins Wasser gebracht worden; ein anderer komme jetzt mit." Auf diese Weise nahm er einen nach dem andern, fraß alle Fische auf, und als er einst wieder zurückkam, fand er auch nicht einen einzigen Fisch mehr. Nur ein Krebs war dort noch übrig. Da der Kranich auch ihn fressen wollte, sprach er zu ihm: ״He Krebs" u. s. w. Der Krebs aber lieh sich, nach der weiteren Erzählung, nicht vom Kranich in den Schnabel nehme», sondern befestigte sich mit seiner Zange an den Hals des Kranichs und umklammerte ihn ganz, so daß er diesem, als er sich ebenfalls auf dem Baume von ihm hintergangen sah, mit seiner Zange den Kopf abzwickte, daß sie beide vom Baume herabfielen und todt blieben '). •) Das Ende der Erzählung, das die Lehre der Fabel enthält, lau«

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