Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1880)
- Article
- Verkannte fragende und kategorische Verse in der heiligen Schrift
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829530-2844445--19262-2844471- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8 Verkannte fragende und kategorische Verse in der heiligen Schrift. gänzl man es zu: על und lieft העל, so hat der ganze Satz in der Fragesonn einen eleganten Bau. ״Wie, ihr esset beim Blute, erhebet Eure Augen zu euren Scheusalsgötzen, vergießet Blut, und wollet das Land (wieder) in Besitz nehmen?" Es ist dieselbe Form wie 20, 30: הבדרן־ אבותיכם אחם נטמאים ואחריי שקוציהם . . . יכשאת מחנתיכם .... אתם נטמאים לכל גלוליכם עד היום ואני אדרש לכם? 12) Entschieden muß man in Amos 1 und 2 על in העל emendiren, das durch das voraufgehende ה in ה׳ fehlt, denn die Verse sind durchaus interrogativ: העל שלשה .. . ועל אדכעה לא אשיכנו?, und diese Umwandlung muß in sämmtlichen acht Versen vorgenonlinen werden. 13) Zephania 2, 15: .... זאת העיר העלמה היושבת לבטח איך היתד. לשמר.. Dieser Vers kann nicht einen kategorischen Sinn haben, und die Ausleger, welche ihn in diesem Sintie erklären, sündigen gegen die syntaktische Regel. Denn sonst hatte er lauten ,nüssen: העיר העלתה הואת. Beachtet man aber, daß dem Pronomen ואה das Wort ערה vorangeht, das nüt ה endigt, und daß man dadurch berechtigt ist, daß ה zu ואת zu ergänzen, so erhält auch dieser Vers einen eleganten Ausdruck: הזאה העיד העליזה und dann איך היתה לשמה• Vgl. Klagelieder l, 15 d: הזאת העיר וגו׳. 14) Obadja 1,5: אה נגבים באו לך ... איך נרטיתה אם בצרים באו לן־ ist bekannt als ungelenker V. Er wird aber elegant, wenn man האם liest (vorher ein .1). Der erste Halbvers ist interrogativ und der zweite konditionell. 15) Psalm 13, 2. עד אנה ה' תשכחני נצה macht den Auslegern und Lexicographen viel zu schaffen. Die Frage: ״wie lange?" und das darauf folgende: ״für immer" widersprechen einander, und alle Auslegungskünste, welche Hupfeid citirt, u,n diesen Widerspruch zu hcben, verntögen ihn nicht zu beseitigen.